Entgegen allen Vorsätzen

Schreiben ist für mich die beste Ablenkung von der seltsamen Nervosität, die mich manchmal überkommt. Diese Zustände, man kann es nicht anders nennen, sind schlimmer als jede Schwangerschafts- oder PMS-Stimmungsschwankung und lassen sich zeitweise durch Sport besänftigen. Dann renne ich zwei Stunden auf dem Laufband vor dem Zuviel in meinem Kopf weg. Doch sobald ich stehe oder sitze, kommt das Zucken zurück. Mit den Fingern auf der Tastatur geht es ganz gut, aber was dabei rauskommt, ist nicht immer besser als der Wahn, der mich treibt.

Darum habe ich heute eine der Figuren im Manuskript getötet, an dem ich gerade sitze. Eigentlich sollte es in der Geschichte nicht um Mord und Totschlag gehen. Doch die blöde Kuh ging mir auf Seite 70 so auf den Keks, dass ich sie habe umlegen lassen. Ich fühlte mich danach besser. Doch den eigentlich Plan, den ich für die Handlung hatte, kann ich jetzt vergessen. Damit kann ich die 6000 Worte, die bisher an der Stelle folgten, an der die Figur nun aus der Geschichte ausscheidet, wegwerfen bzw. weglöschen.

Oder nicht? „Mach doch einen Vampirroman draus und lass sie auferstehen“, rät meine stets lösungsorientierte besser Hälfte. Ein netter Rat, aber ich kann ihn nicht befolgen. Denn statt eines unterhaltsamen Frauenromans, wie anfangs geplant, stehe ich mit diesem Mord nun schon wieder mit einem Bein im Krimi. Mit Untoten wird Fantasy draus. Dabei wollte ich diesmal (und das war mein GROßER Vorsatz für diese Geschichte) ein Buch schreiben, das in EIN Genre passt. Es kann doch nicht so schwer sein, dachte ich. Aber dann lag sie schon blutüberströmt auf dem Boden… und jetzt muss ich mir überlegen, was ich mit der Leiche und dem Rest der Handlung mache.… und das hilft so gar nicht gegen die Unruhe. Es wird also noch eine Weile dauern, bis ich mit diesem Manuskript fertig bin, falls überhaupt jemand bis zum Ende überlebt. Im Moment sieht es, was das angeht, nicht gut aus. Vielleicht sind das doch die Schwangerschaftshormone…

Mund voll und Speicher frei

Manchmal wünsche ich mir die Handys der 90er zurück. Nicht diese kleinen Klappdinger der 00er Jahre, sondern richtige Telefonhörer von Waschmaschinenherstellern wie Bosch und Siemens. Handys, deren Mainfeature die Antenne war, die man oben herauszieht und bei denen die Ohrmuscheln noch am Ohr und das Mikro noch am Mund anlagen. Diese Dinger, die in Deutschland Handy hießen und sonst nirgendwo.

Dieser Wunsch lässt, wie die meisten meiner Wünsche, außer Acht, dass ich gar nicht mehr in der Lage wäre so etwas zu bedienen. Fast täglich scheitere ich beim Umstellen von Ipad auf Kindle an der Nicht-Touch-Bedienung von letzterem. Denn mein Kindle ist noch Generation A und inzwischen so verschrobelt, verbeult und zerkratzt, wie es sich für alte Bücher gehört. Damit wird dann auch das neuste eBook wieder antik und darauf bin ich nicht nur ein bisschen stolz.

Das neue alte Handy dürfte also schon zum antouchen sein, nix wiegen und hübsch aussehen. Aber darüber hinaus, will ich einfach keine Apps mehr. Es reicht. Ich bin zu alt für diesen Scheiß und ich komme nicht mehr mit. Kaum hatte ich endlich Instagram, war Snapchat viel angesagter und nun soll Musical.ly total hipp sein, auch wenn hipp sein längst weder cool noch angesagt ist. Alles Dienste, mit denen man sich inhaltslose Inhalte schicken kann, schöne Bilder, schöne Videos und schöne Töne von und für schöne Körper, schöne Katzen und schöne Stimmen. Die ganze Welt verkommt zum Showbiz! Und ich kann gar nicht so viel kotzen, wie ich liken soll.

Und noch schlimmer ist der Zwang zur aktiven Partizipation. Mit Mühe habe ich ein paar Fotos auf Instagram abgelegt, wie Sperrmüll auf dem Gehweg. Ich brauch das nicht mehr, aber vielleicht findet ja jemand anderes etwas Schönes oder Verwertbares dazwischen. Doch schon bei Snapchat entfährt meiner Kehle bei jedem Öffnen nur ein Warnlaut, ein Quieken, weil ich auf dem Display erscheine, sobald ich die App nur öffne. Wie es Menschen schaffen attraktiv im Internet auszusehen ist mir noch immer ein Rätsel, bei dessen Lösung auch keine Schmink- Videos helfen. Und jetzt schicken sich digitale Freunde eigene Musikvideos zu. Wie alles auf dem Smartphone ist das lustig, für drei Minuten.

Das nächste Smartphone, das ich mir anschaffen werde, wird darum eines aus Schokolade sein. Das ist doch endlich mal ein echter Mehrwert. Apps mit denen ich mit niemand anderem kommunizieren muss, ein Handy mit dem ich nichts empfangen oder verschicken kann. Ein Handy, das nicht mal zum Telefonieren geht, weil ganz ehrlich, das macht doch heute auch keiner mehr. Gramm und Kalorien waren immer schon die härtere Währung, im Vergleich zu luftigen Likes und Herzchen. Und mit vollem Mund kann er auch keiner schief ins Handy singen.

 

Paracetamol statt Strandparty: Nicht jede, die schwitzt, macht Ferien…

Während Vögel erst im Winter gen Süden ziehen, tun es die Deutschen in den Hauptsommermonaten Juli und August. Die Sommerferien nahen und damit die Zeit, in der wir über die hiesige Hitze stöhnen, die Adilette auf’s Gaspedal drücken und ab nach Spanien, Italien oder zum nächsten Flughafen flüchten. Am Reiseziel merken wir, dass es ja dort noch viel heißer ist als bei uns und mit einem Hitzschlag sind wir im „Ich-beweg-mich-keinen-Zentimeter“-Modus.

Normalerweise werde ich erst im Urlaub krank, weil ich neben Abschmink- und Sonnencreme auch immer vergesse mein Immunsystem mit in den Koffer zu packen. Nun liege ich schon vor den Ferien bewegungslos rum und schwitze, leider nur vom Fieber. Mit Schirmchen und buntem Strohhalm in meinem Hustensaft versuche ich mich selbst zu täuschen. Ich rede mir ein, die Krangeräusche der Baustelle nebenan seien Meeresrauschen. Aber mit jedem „Ey Uwe!“ von draußen, werde ich aus meinem Südseeträumen gerissen.

Ich hörte von Menschen, die zur Reise in eine gefühlte Ferne durch Computerspielwelten spazieren, Selfies mit Zombies machen und einfach Kräuter statt Kills sammeln. Ich bin ganz schlecht im Gärtnern, zum Spazieren zu müde und die Verwechslungsgefahr zu laufenden Dahinwesenden ist gegeben. Pinterest habe ich durchgespielt und alle exotischen Reiseziele auf meiner Pinnwand und in meinem Kopf abgespeichert. Schon vor dem Sommerurlaub habe ich alles gesehen, was man in dieser Welt nur sehen kann.

Darum suche ich nach neuen Zielen; Welten zum Ausspannen und kehre zu meinem Lieblingsmedium zurück: Dem Buch. Ich verkrieche mich ganz ohne Gepäck in meinem Kindle bis die Grippe vorüber ist. Falls ihr das auch tun wollt, hat die Kölnische Rundschau eine nette Sommerbuchempfehlung für euch. 🙂

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BUCH-BOTSCHAFTER als ENTZUGSHELFER GESUCHT

Liebe Buchbloggerinnen und Buchblogger, Literaturexperten und Klugscheißer,

Foto/Gestaltung: Nathalie Herzhoff

Foto/Gestaltung: Nathalie Herzhoff

euer Moment ist gekommen. Ich brauche eure Meinungen, eure Kommentare, eure Kritik. Positive Anmerkungen zu meinem neuen Roman sind mir lieber, aber auch eure konstruktive Kritik nehme ich mir zu Herzen, oder zur Leber, je nachdem wie konstruktiv ihr so werdet….

Aber ich brauche euch dringend, denn bei Amazon gerät mein eBook grade in ganz üble Gesellschaft. In der Vorschlagsseite „Kunden kauften auch…“ lungern einige verdächtige Gestalten um mein Buch herum. Darum helft mir mein Buch an schönere Orte zu bringen, wo es sich im Entzug erholen kann!

Werdet meine Booky Ford Kliniken und nehmt SO SEIN WIE SIE auf euren Blogs auseinander. Dafür gebe ich auch gerne digitale Rezensionsexemplare raus, beantworte Fragen und bin zu jeder Schandtat bereit, die dem Buch hilft, aus dem düsteren Milieu, in das es grade triftet rauszukommen!

Hier geht’s zum Buch auf Amazon: http://amzn.to/1GuTMgd

Wenn ihr Buchbotschafter werden wollt, schickt mir eine Mail an info@brand-satz.de

Und jetzt hoch die Seiten!

Und jetzt mal alle ebook-Reader in die Luft!! Es ist Welttag des Buches! Und das müssen wir feiern, denn in drei Tagen ist der Spaß schon wieder vorbei. Dann ist nämlich Tschernobyl-Gedenktag. Zum Glück kommt danach schon bald der Tag der Arbeit, an dem man sich fern der Arbeit erholen kann. Fast jeden Tag gibt es, folgt man den „Aktionstag“-Kalendern, irgendwas zu feiern oder zu gedenken.

Im groben unterteilen sich die Tage in drei Kategorien:

  1. Anerkannte Feiertage, an denen sich alle beschweren, dass man heute nicht einkaufen gehen kann
  2. Feiertage, die durch Einsatz bunter Luftballons dazu anregen mehr einzukaufen, zum Beispiel heute das hier: SO SEIN WIE SIE
  3. Feiertage, die an eine Zeit erinnern, in der es kaum was zu kaufen gab

In Anbetracht dieser Auswahl bin ich mit dem Welttag des Buches sehr glücklich. Das bin ich aber auch mit jedem Tag, solange er kein Montag ist.

PS: Einen Welttag des Schleichwerbung gibt es auch noch nicht. Datumsvorschläge sammele ich gerne!

Ich mach grad mehr Umdrehungen als ein Kettenkarussell

Aktuelle blogge ich hier so wenig wie ich schlafe. Das liegt einerseits daran, dass ich viele Parallelleben lebe, um alle Projekte zu stemmen, die an mich gerissen habe. Andererseits stürze ich mich in Arbeit, weil mein leidenschaftslichstes und aktuell längstes Projekte nun kurz vor der Vollendung steht. Gleich tippe ich meine Danksagungsseite und dann ist wieder ein Schritt getan.

“SO SEIN WIE SIE” ist fast ganz fertig. Noch liegt einige Orga auf meinem Tisch, bis das Buch erworben, beworben und gelesen werden kann. Im Moment bin ich dankbar für diesen Aufwand, denn er so habe ich immer noch einen Fuß, den ich vor den anderen setzen kann. Sobald ich stillstehe und nichts zu tippen, verschicken, bestellen, rückmelden, besuchen und besprechen habe, wird mir ganz schwindelig.

Heute wird das Buchcover “geshootet” oder wie man früher sagte “fotografiert”. Damit bin ich engültig im Schleudergang…

Tausend Dank an Fotografin (Nathalie Herzhaft) und Model!!!!

SO SEIN WIE SIE – Der Roman – Coming Soon als Amazon eBook

Soseinwiesie_JulianeUngaenz_RomanÜber das erste Mal wird gerne geurteilt. Meistens fallen dabei Schlagworte wie überstürzt, Erwartungen, Dauer, Länge, etc. Der/die ein oder andere bemängelt auch, es habe wehgetan. Rückblickend kommt das erste Mal selten gut weg. Das gilt nicht nur für Intimitäten, sondern auch für andere Lebensbereiche. So kann der erste Job kein Traumjob sein, sonst wäre er der erste Karriereschritt.

Ich mag mein erstes Buch „Beziehungsstatus: Verliebt in Facebook“ auch jetzt noch gerne. Aber da es ein ganzes Kama Sutra literarischer Welten gibt, war es auch nach diesem Erstlingswerk Zeit erneut in die Fiktionskiste zu hüpfen. Und abseits der hiesigen Ablenkung, habe ich in schwülwarmen Abendstunden etwas Neues geschrieben. Das ist inzwischen ein ganzes Romanmanuskript, mit Vorspiel, Höhepunkt und zwischendurch Gekuschel. Wir hatten schöne Stunden zusammen, mein Manuskript und ich.

Doch gestern Abend war es dann soweit. Es war klar, dass wir uns trennen müssen. Es raus in die Welt, um auch anderen Menschen Glücksmoment zu bescheren.

Es braucht ein Cover und hier und da ein Satzzeichen. Dann stellt es sich ins Schaufenster ins Amazon eBook-Regal und lächelt von dort potentiellen Leserinnen und Lesern zu. Bis die letzten Fragen geklärt sind, bleibt es noch ein bisschen bei mir.

Fortsetzung folgt…

Cupcakes, Konsum, Kritik und der Grund dafür, dass ich diese Worte mit Kommas trennen muss

Dieser Blogpost sollte eigentlich eine Konsum-Sozial-Kritisches Analyse der Erfahrungen des Tages des Guten Lebens werden, mit dem Fazit, dass sämtliche Menschen dieser Gesellschaft, oder doch zumindest meiner nicht-repräsentativen, slightly überhipsterten, aber alternden Nachbarschaft, mit latenter Konsumparanoia infiziert sind. Erst hätte ich die Symptome beschrieben. Im Zuge dessen meine Anamnese bewiesen und letztlich DAS Heilmittel vorgeschlagen und auf diesem Wege mein glutenfreies Cupcake Backbuch schleichwerblich angepriesen. Es wäre die perfekte Verknüpfung von Konsum-Sozial-Kritik und Kaufaufforderung gewesen! Erst Awareness schaffen bis sich alle hungrig fühlen und dann Abverkauf. So sollte das laufen!

Doch das Internet hat mich überlistet. Um zu überprüfen, ob nicht schon jemand anderes, die von mir erfundene Erkrankung beschrieben hat, gerne auch mit einem schöneren Titel als Konsumparanoia, tippte ich die Worte Konsum+Paranoia in die heiligste aller Suchmaschinen. Und jetzt denkt Google ich hätte ein Drogenproblem und verfolgt mich mit Ratschlägen dazu, wie ich meinen Rauschgiftkonsum minimieren kann. Dass mir Mittel und Dienste, die dabei helfen sollen, nun quer durchs Web folgen, ist für die mir von der Suchmaschine zugeschriebenen Paranoia nicht dienlich. Erst Awareness schaffen und so lange drauf einwerben bis zum Abverkauf. Google kennt das Spiel. Aber ich auch. So einfach, lasse ich mich nicht beeinflussen! An einem Donnerstag oder Freitag vielleicht, aber nicht an einem Montag!

Versuche ich links abzubiegen, zu Onkel Maike und meinen Cupcakes zum Karma-Cleaning, um von da aus in Ruhe, ohne Drogen und Verfolgungswahn doch noch meine Story zu tellen, steige ich im Radar der Neo-Stasis der NSA von der Konsumentin zur Produzentin auf. Dabei waren in den Küchlein doch nur drogenfreie und glutenfreie Zutaten! Okay, der alkoholfreie Cocktail, den der Onkel und ich verschenkt haben, hatte Alkohol, aber dafür hat er ja nicht geschmeckt! Und Rhabarbersekt ist legal! Was er, gemessen am Geschmack, vielleicht nicht sein sollte, liebes Verfassungsgericht! Ihr lest ja sicher auch längt mit.

Nicht legal schien es hingegen an diesem Straßenfesttag vielen Kund_innen unserer antikapitalistischen Ehrenfelder Enklave, dass wir für Cupcakes und Getränke kein Geld wollten. Das Prinzip des „Verschenkens statt Handelns“ initiierte statistisch nicht evaluiert in 8,36 von 10 Fällen Verwirrung. Es wäre wissenschaftlich durchaus interessant zu erforschen, wie viel Menschen bereit sind für etwas zu zahlen, das man ihnen schenken will und wie hoch die Einnahmen ausfallen, wenn man, wie in unserem Falle, kein Geld annimmt. Unsere Einnahmen belaufen sich auf gut 5 Euro. Damit sind wir 10000000% über dem Umsatzziel von den angepeilten 0,00 Euro. Ein voller Erfolg!

 

Wer am Tag des Guten Lebens keinen glutenfreien Cupcake abbekommen hat oder einen abbekommen hat, aber nicht damit klar kommt, dass er/sie dafür kein Geld eintauschen konnte, sollte für 9,95 bei Amazon mein Cupcake-Buch kaufen. Das gibt es nicht geschenkt!

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Die Rezepte sind mindestens so lecker, wie das Cover!

Leugnen bringt nichts

191,4 Milliarden Emails werden täglich um die Welt geschickt, sagt statista.de 70% dieser immensen Anzahl geht nicht um die Welt, sondern wird intern in Unternehmen hin und her geschossen, wie Schneebälle. Das steht nicht auf der Statistikseite im Netz. Die Zahl habe ich mir ausgedacht. Denn das entspricht stark meiner Erfahrung, die ich nicht gemessen, aber immerhin geschätzt habe, diese ganze objektive Welt ist ja doch nur eine subjektiver (Alb-)Traum.

Zurück zu den fiktiven Zahlen: ¾ aller Mails sind digital verschriftlichte Kommunikation, die aus der Faulheit nicht aufstehen und kurz ins andere Büro rüber gehen zu wollen resultiert. Emails sind schnell und so praktisch. Man kann sie senden, empfangen, weiterleiten, löschen, in Ordner einsortieren… Nur eins tun die wenigstens Empfängerinnen und Empfänger mit Ihren Mails: Sie vollständig lesen. Darum bestehen mindestens 90% des besagten ¾ von Vorneherein unnötigen Datenmülls aus Fragen zu Details, die längst verschriftlich worden. Am wütesten machen mich die Leugner: „Ich hab nichts bekommen!“ Dieser Umstand treibt uns faules Pack dann immerhin doch zur Bewegung an. Aufgescheucht zum Adrenalin, ausgeschüttet aus Erschütterung angesichts dummer, längst beantworteter, Fragen, rennen wir dann rüber ins andere Büro, um klar zu stellen, dass wir unseren Teil der Arbeit getan haben… oder um die Arbeit kurz zu unterbrechen und bei den Mädels und Jungs im Nachbarbüro petzen zu gehen. Diese beide Varianten stehen sich 50:50 gegenüber. Wieder eine erfundene Zahl.

Manchmal überlege ich, ob ich nicht kleine Fallen in meine Emails einbauen sollte, um zu testen, wer sie wirklich liest. Das wäre sehr hinterhältig und ich käme mir oberlehrerinnenhaftig vor. Ich bräuchte also erst eine Brille, um in diese Rolle zu wachsen. Doch ich schließe es nicht aus. Euch, liebe Blogleserinnen und Blogleser, warne ich vor! Denn ihr lest anständig. So anständig, dass ihr sogar die 64% Tippfehler in meinen Texten entdeckt. So werdet ihr nur lachen, wenn ich in meine Nachrichten tourettartig unpassende und unangemessene Teilsätze, Worte oder die Namen von Figuren aus Game of Thrones einhuste, während andere es gar nicht merken…. weil sie die MAIL nicht richtig lesen oder behaupten, sie nicht bekommen zu haben!! Kinder! Wozu mach ich mir denn dann die Arbeit! Dann könnt ich auch zu Hause sein und erfahren, wo die Drachen sind!!!!

Trost finde ich immerhin im Einsortieren der Emails. So landen alle ignoranten Härtefälle im Ordner „Honks“. Ein Email-Ordner, den ich mir vorstelle, wie eine mittelalterliche, dreckige, kalte Zelle. Vielleicht stecke ich noch ein paar Ratten mit in diesen Ordner!

Kein kostenloses Mittagessen, aber ein kostenloses ebook (vorübergehend)

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TANSTAAFL ist eine unfassbar lange Abkürzung. Größe ist bekanntlich nicht alles, aber hinter diesen neun Buchstaben verbirgt sich ein wichtiger und beliebter Satz: There ain’t no such thing as a free lunch. Das hat Wirtschaftsguru Milton Friedman bekannt gemacht, zuerst verwendet worden sein soll es aber von Autor Robert Heinlein. Ein tatsächliches free lunch haben wohl beide nicht bekommen, dafür waren sie zu spät dran. Denn diese kostenlosen Mittagessen wurden nur zwischen 1870 und 1920 in US-Restaurants verteilt. Und an wen wohl? Die Armen? Die Hungrigen? Nein, die Trinker! Das Mittagessen gab’s gratis und wofür? Wer hat aufgepasst? Ja, da hinten? Nein, der Spanischkurs ist zwei Türen weiter.  Wer hat die Antwort? Ja, du! Nein, es hat nichts mit Work & Travel zu tun. Ich hab’s doch eben schon gesagt! Es ist doch so einfach! Zu Prä-Rauchverbot-Zeiten galt noch Saufgebot oder zumindest die Anstiftung zum Trinken. Damit Leute mittags in ihre Läden kamen, vergaben einige Restaurantbesitzer kostenlose Mittagessen und hofften darauf, dass die Gäste dafür lange blieben und zu ihren vollen Mägen auch ihre Lebern ordentlich strapazierten. Das waren noch Zeiten, die mit der Prohibition ein abruptes Ende fanden. Nicht nur, dass es nix mehr zu trinken gab, jetzt musste man auch für’s Essen bezahlen. Und das ist noch nicht mal das, was Verwender von TANSTAAFL mit Opportunitätskosten meinen, sondern die zahlt man noch zusätzlich. Eigentlich zahlt man immer. Seit dem Euro, wie viele meinen, sogar doppelt. Aber eben auch vorher schon waren sich die berühmten Männer, die heute vielfach auf Wikipedia genannt, gesucht und verwechselt werden einig, dass  nichts umsonst ist. Für das kostenlose Mittagessen zahlte man Getränkekosten. Kostenloses Essen und Getränke gab’s also selbst damals nicht.

Ab und an schauen sich wohl auch die Damen und Herren bei Amazon mal so einen Wikipedia-Artikel zum Thema Wirtschaftstheorien an und haben darum beschlossen, dass man ebooks in ihrem Online-Ladenlokal auch nicht umsonst bekommt, zumindest nicht lange. Nur Fünf Tage lang, kann ich die Geschichte, die ich da veröffentlich habe, kostenlos anbieten. Ich hab zwar eingangs gesagt, auf die Größe kommt es nicht an. Aber das ist doch ein sehr mickriger Zeitraum. Fünf Tage sind viel Kürzer als 1870 bis 1920 und dazu ist das ebook auch noch kalt! Aber gut, das ist dann eben eher so ein Free Brotkrümmelchen. Besser als nix! Und wenn ihr nun schnell zu Amazon klickt und euch das Gratis ebook bis 17.11.2013 runterladet, habt ihr immerhin noch Geld übrig, um euch Alkohol zu kaufen. Nicht viel, denn nach der Frist kostet das ebook auch nur 89 Cent, dafür kriegt ihr gerademal EIN (!!) Bier im Supermarkt!

Und nun ab zu Amazon, bis zum 17.11.2013 könnt ihr euch meine Geschichte „Die Glotzer“ da umsonst holen! Viel Spaß beim Lesen! Danach müsst ihr wieder Flaschensammeln, um euch das Lesevergnügen selbst zu spendieren.

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Aus für Brockhaus und was brauch ich eigentlich zum Leben?

Eigentum ist Ballast. Das merkt man besonders, wenn man 300 Bücher beim nächsten Umzug vier Stockwerke hoch oder runter, oder im schlimmste Fall beides, schleppen muss. Seit ich auf eBooks umgestiegen bin, reduziere ich nach und nach meinen haptischen Literaturvorrat. Dabei sortiert man in wertvolle und weniger wertvolle Lektüren. Was diesen Wert ausmacht, ist ganz und gar eigenmeinungsgeprägt. Doch einige Werke, die muss man sozialkonsensbedingt haben, so meint man zumindest. Und die schrecklich schweren Bände des Brockhaus gehören hierzu. Brockhaus ist Wissen, manifestiert in Kilogramm, ein intellektuelles Statussymbol, das galt als Fakt, bis heute. Denn nun wird der Brockhaus eingestellt. Wissen gibt’s tintenlos im Netz. Ist das gedruckte Wort also doch, wie einst prophezeit, irgendwann obsolet? Anfangs fand ich die Vorstellung noch erschreckend. Doch heute, seit meinem letzten Umzug, gefällt mir der Gedanke. Denn der Trend zum Papierlosen leben, geht einher mit noch mehr Reduktion. Was braucht man eigentlich alles? Was will ich beim nächsten Umzug WIRKLICH mitnehmen? Ohne was, kann ich nicht leben?

Oder reduzieren wir uns damit so weit, bis uns nichts mehr festhält an der echten Welt? Erden uns die Dinge, die wir besitzen vielleicht sogar?

Blogger Andrew Hyde zum Beispiel lebt den Minimalismus und hat es geschafft, sein Hab und Gut auf 15 Dinge zu reduzieren! 15 Dinge! Ich hab mehr Sachen in meiner Handtasche!! 15 Sachen??  Das ist extrem. Aber irgendwie auch passend zu den digitalen Nomaden, die immer weitersuchen, immer weiter wandern. Brockhause kauft man ganz ehrlich doch dann erst, wenn man weiß, dass man im aktuellen zu Hause sterben wird… Brockhausbesitzer sind Seßhaftgewordene. Brockhausbesitzer sind Erwachsene.

Zufall oder Fügung oder doch einfach ein Eis?

Jetzt ist es offiziell und verifiziert – ich habe den Beweis – die Maschinen haben übernommen. Denn gerade, als ich darüber nachdachte, ob ich nicht mal wieder eine Immerantworten-Sprechstunde abhalten sollte, sah ich DAS:

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Es ist soweit! Fragen beantworten sich von selbst! Wenn das kein Zeichen für die Übernahme der Welt durch die Maschinen ist, dann…dann…. ja, dann ist das kein Zeichen für die Übernahme der Welt durch die Maschinen. Kritiker mögen rumnörgeln, dass EIN solcher Fall reiner Zufall sei, deswegen nennt man sie ja Kritiker. Tatsächlich ist das so, als wenn man sagt, ich werfe eine Münze in einen Brunnen und wünsche mir ein Eis und an der nächsten Ecke ist eine Eisdiele. Dann denkt man die Münze ist Ursache der Wirkung, kann sich aber kein Eis kaufen, weil man ja grad sein ganzes Kleingeld in den beschissenen Brunnen geworfen hat. Folglich gibt es keine tatsächliche Korrelation zwischen Brunnen, Wunsch und Eisdiele, sondern nur Zufälle. Und in der Tat war auch diese sich selbst beantwortende Suchanfrage wohl eher die Ausnahme als ein Zeichen für eine höherentwickelte Macht. Für Google-Sucher, die es mit Fragen wie „Heiratsantrag Zwiebel“ her leitete, gibt es darum keinen Gott (aus der Maschine) sondern nur mich. Immer bleibt alles an mir hängen…. Boah, aber gut. Ich hab tatsächlich grad Zeit. Also her mit den fehlgeleiteten Suchbegriffen. Kommt rein, fasst nix an und stellt eure Fragen. Ich erbarme mich. Ausnahmsweise. Und nur heute. Bis ich was bessere finde, das ich heut abend noch unternehmen kann.

„Bilder Sex Brückenpfeiler“ – Sexbilder finden sich tendenziell häufiger im Internet als an Brückenpfeilern. Dennoch kannst du dich dort gerne rumtreiben in der Hoffnung selbst derartige Aufnahmen zu machen. Dass du samt Kameraequipment heil nach Hause kommst, damit würde ich dann aber eher nicht rechnen.

„geile titelbilder für facebook“ – Lassen sich auch eher unwahrscheinlich unter Fahrbahnüberquerungen machen.

„die pinkeln“ – Nicht nur die pinkeln, sondern die auch und ganz offen, du höchstwahrscheinlich ebenfalls. Pinkeln ist weiter verbreitet als man meinem mag. Angeblich ist es sogar irgendwie gesund, wenn auch lästig. Denn meistens muss man dann, wenn die Schlange vorm Klo am längsten ist.

„gespaltener Penis“ –  Kann Ursache oder (Neben-)Wirkung einer gespaltenen Persönlichkeit sein. Womit wir dann wieder beim Ausgangsproblem sind. Was kam zu Erst? Huhn, Ei, zu viel Alkohol, oder der Kumpel, der meint ein Youtube-Video qualifiziere ihn für chirurgische Eingriffe? Vielleicht sollten wir lieber nach diesen Fragen Googlen! Wirklich! Ich mach das jetzt. Ich löse das Rätsel. Und schließe darum die Praxis doch direkt wieder.

Außerdem will ich ein Eis.  Und wenn ihr mehr Antworten wollt, könnt ihr einfach mein Immerantworten-Ebook runterladen!

Gesucht: Ein schönes zu Hause für das Immerantworten eBook

OUT NOW! Mein eBook „IMMERANTWORTEN – Wenn die Suchmaschine nicht mehr weiter weiß…“ ist da! Es ist pink, entwurmt, nicht gechipt, ein bisschen bissig und weitestgehend stubenrein und sucht nun ein liebesvolles zu Hause auf einem gängigen Amazon-Kindle eReader (oder was auch immer, man sonst so nutzen kann, um Bücher zu lesen, die man bei Amazon gekauft hat). Es verträgt sich mit anderen eBooks und auch mit Print-Büchern und Katzen.

Was die literarische Gattung angeht, so handelt es sich hier um einen Mischling. In Immerantworten sind Blogbeiträge eingeflossen und ganz viel neues (Gen-)Material, Suchworte, die verlorene Seelen auf diesen Blog geschickt haben, wie z.B. Freiporno und Koala Vagina und die nun ENDLICH Antworten erhalten, auch wenn sie schon längst nicht mehr mitlesen. Entsprechend ist der Charakter des Buches aufgeweckt und sehr verspielt.  So verdient das IMMERANTWORTEN eBook ein gutes zu Hause. Es gibt seinen Leserinnen und Lesern VIEL zurück! Ganz viel!

Abzuholen ab sofort via Amazon-Kindle-Store, gegen eine Schutzgebühr von 2,99 Euro.

 

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Ich bin Geschichte…

Cover Beziehungsstatus Verliebt in facebook…„Erfolgsgeschichte“! Die Damen und Herren meines (Nicht-)Verlags haben mir ein Sonderpositiönchen, aka „Tröhnchen“, in Ihrem Magazin gewidmet. Auf Seite 5 sind wir (mein Buch „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“) und ich zu sehen und werden erfolgshistorisch beschrieben! Danke darum an dieser Stelle an jeden und jede Einzelne von euch, die das Buch gelesen, gekauft, verschenkt oder einfach aus Prinzip für gut befunden hat! Ihr seid das Internet und ihr seid geil! Danke.

Lesen, was die da nun genau über mich schreiben, könnt ihr in der Online-Durchblätter-Version des „Novitäten“-Magazins (Seite 5!!!):

http://issuu.com/books_on_demand/docs/novitaeten_online/4

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die UNICUM „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“ auch stark findet? Tun sie, das denk ich mir nicht aus, steht da wirklich, echt und real und fasst wie zum Anfassen:

http://www.unicum.de/studienzeit/leben/aktuelles/unicum-liest-buecher-fuer-starke-frauen/

Lob animiert ja bekanntlich zum Ausruhen auf den Lorbeeren…das tue ich. Später. Demnächst mal. Erst einmal habe ich beschlossen (und sofort angefangen) an einer Fortsetzung von „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“ zu arbeiten.

Es wird keine der bekannten Figuren darin wieder vorkommen. Und dennoch wird’s eine Fortsetzung des Buches sein. Das klingt komisch. Is aber so. Die Redaktion von „Novitäten“ hat auch geschrieben, dass ich ein bisschen ballaballa sei…also nicht wörtlich, wenn die das wörtlich geschrieben hätten, hätt ich aber was zurück geschossen!!! Aber so zusammengefasst, haben die das wohl gemeint. Nett gemeint. Damit steh ich letztlich dann … als … Wahnsinnige da … oh… Großartig! Dann ist das eine WAHNSINNIGE ERFOLGSGESCHICHTE! Ach, schön. Die Welt ist wieder rund. Aber apropos, es dreht sich ja alles weiter. Also zur Fortsetzung von Beziehungsstatus: Verliebt in facebook, die ich grad begonnen habe und bis Herbst runterschreiben will: Facebook wird darin keine große Rolle spielen. Ja, obwohl’s die Fortsetzung vom facebook-Buch ist.

Jetzt guckt nicht so! Ihr seid immerhin hier geblieben, dabei stand oben, dass andere sagen, ich sei irre! Hört ihr nie auf Warnungen? Tretet ihr etwa auch auf nicht-zubetretenden-Rasen? Oder trinkt einfach so koffeeinhaltige Heißgetränke auf denen „Caution“ steht? Ihr Rowdies! …Ich mag das! 😉

Zurück nun endlich zur Fortsetzung: Am besten ihr verschenkt „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“ an all eure Freunde (an ALLE) und an eure Familienmitglieder und die Leute in euren Klassen, Kursen und Büros und an euren Hund und eure Katze, dann könnt ich euch alle zusammen auf die Fortsetzung freuen! Die ist in Arbeit! Versprochen! Und achja, nochmal DAAAANKEE!! Ich liebe euch lesenden Leute!

Anschaffen?

Kinder, ich brauche einen Kindle. Also spart schon mal, legt zusammen, überfallt Banken, Sparschweine und Wunschbrunnen. Ich erwarte das Ding in den nächsten Tagen in meiner Post. Achja: Bittteeeee!!!

Bis eben kam ich ohne Tablet aus. Denn ich mag meine Lektüre traditionell, auf Papier, das ich einknicken und rausreißen kann, wenn ich eine Pause mache oder ich nicht mag, was im Kapitel passiert, das ich gerade lese. Ich hab auch schon mal sehr schöne Stellen aus einem Buch gerissen, um sie in ein anderes zu kleben, das nicht so toll war. Und ein Buch hab ich nach 2 Seiten, in denen klar war, dass es sich um eine Verschwendung meiner Zeit und eines halben Hektars Natur handelt, als Notizbuch genutzt. Geht alles. Bücher sind so vielseitig mit ihren vielen Seiten. Aber seit kurzem, gibt es einige Werke nur noch als ebooks, genauer als Kindle-Versionen bei amazon.

Und obwohl ich in meinem Leben sicher schon über 1000 Euro für Bücher ausgegeben habe, fehlt mir die Bereitschaft 100 Tacken für einen Kindle von meinem Konto abbuchen zu lassen. Denn im Gegensatz zum Buch, liegt so ein Kindle rum. Und ich HASSE Dinge die rumliegen. Bücher tuen das nicht, Bücher erfüllen auch im Stand-by-Zustand noch dekorative Funktionen, vermitteln Botschaften, lassen sich nach Farben sortieren oder eben auf andere Weise nutzen, zum Beispiel als Stützen für mein Bett, nachdem es unsanft im unangemessensten aller möglichen Momente zusammenkrachte. Das alles kann mit einem Kindle nicht. Und hässlich ist das Ding auch. Und es liegt rum. Pfui.

Der Kindle konzentriert sich ganz auf die Worte eines Werkes, die inneren Werte quasi und die haben es mir aktuell auch angetan und so lese ich Probekapitel, die ich über den Browser meines Computers einsehen kann, wieder und wieder und merke, dass ich auch den Rest will, dass innere Werte allein auch sexy sein können und Lust auf mehr machen, aber deswegen in Zukunft mit dem Kindle ins Bett gehen?  An meiner Oberflächlichkeit kratzen? Darüber muss ich wohl noch einige Nächste schlafen…auf meinen Büchern, die derweil das Bett stützen. DAS würde ein Kindle ja auch nicht tun. Unnützes, rumliegendes Ding.