Kein kostenloses Mittagessen, aber ein kostenloses ebook (vorübergehend)

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TANSTAAFL ist eine unfassbar lange Abkürzung. Größe ist bekanntlich nicht alles, aber hinter diesen neun Buchstaben verbirgt sich ein wichtiger und beliebter Satz: There ain’t no such thing as a free lunch. Das hat Wirtschaftsguru Milton Friedman bekannt gemacht, zuerst verwendet worden sein soll es aber von Autor Robert Heinlein. Ein tatsächliches free lunch haben wohl beide nicht bekommen, dafür waren sie zu spät dran. Denn diese kostenlosen Mittagessen wurden nur zwischen 1870 und 1920 in US-Restaurants verteilt. Und an wen wohl? Die Armen? Die Hungrigen? Nein, die Trinker! Das Mittagessen gab’s gratis und wofür? Wer hat aufgepasst? Ja, da hinten? Nein, der Spanischkurs ist zwei Türen weiter.  Wer hat die Antwort? Ja, du! Nein, es hat nichts mit Work & Travel zu tun. Ich hab’s doch eben schon gesagt! Es ist doch so einfach! Zu Prä-Rauchverbot-Zeiten galt noch Saufgebot oder zumindest die Anstiftung zum Trinken. Damit Leute mittags in ihre Läden kamen, vergaben einige Restaurantbesitzer kostenlose Mittagessen und hofften darauf, dass die Gäste dafür lange blieben und zu ihren vollen Mägen auch ihre Lebern ordentlich strapazierten. Das waren noch Zeiten, die mit der Prohibition ein abruptes Ende fanden. Nicht nur, dass es nix mehr zu trinken gab, jetzt musste man auch für’s Essen bezahlen. Und das ist noch nicht mal das, was Verwender von TANSTAAFL mit Opportunitätskosten meinen, sondern die zahlt man noch zusätzlich. Eigentlich zahlt man immer. Seit dem Euro, wie viele meinen, sogar doppelt. Aber eben auch vorher schon waren sich die berühmten Männer, die heute vielfach auf Wikipedia genannt, gesucht und verwechselt werden einig, dass  nichts umsonst ist. Für das kostenlose Mittagessen zahlte man Getränkekosten. Kostenloses Essen und Getränke gab’s also selbst damals nicht.

Ab und an schauen sich wohl auch die Damen und Herren bei Amazon mal so einen Wikipedia-Artikel zum Thema Wirtschaftstheorien an und haben darum beschlossen, dass man ebooks in ihrem Online-Ladenlokal auch nicht umsonst bekommt, zumindest nicht lange. Nur Fünf Tage lang, kann ich die Geschichte, die ich da veröffentlich habe, kostenlos anbieten. Ich hab zwar eingangs gesagt, auf die Größe kommt es nicht an. Aber das ist doch ein sehr mickriger Zeitraum. Fünf Tage sind viel Kürzer als 1870 bis 1920 und dazu ist das ebook auch noch kalt! Aber gut, das ist dann eben eher so ein Free Brotkrümmelchen. Besser als nix! Und wenn ihr nun schnell zu Amazon klickt und euch das Gratis ebook bis 17.11.2013 runterladet, habt ihr immerhin noch Geld übrig, um euch Alkohol zu kaufen. Nicht viel, denn nach der Frist kostet das ebook auch nur 89 Cent, dafür kriegt ihr gerademal EIN (!!) Bier im Supermarkt!

Und nun ab zu Amazon, bis zum 17.11.2013 könnt ihr euch meine Geschichte „Die Glotzer“ da umsonst holen! Viel Spaß beim Lesen! Danach müsst ihr wieder Flaschensammeln, um euch das Lesevergnügen selbst zu spendieren.

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Zu viel Schönheit macht die Lust kaputt

Kühlschränke sind das Tor zur Seele! Diese These, die ich hier zur Tatsache erhebe, stellte ich vor einiger Zeit auf und bekam prompt intimste Bildchen von meinem Blogleserinnen und Bloglesern zugesendet. Bilder, in denen sie ALLES zeigten, vom kompakt tupperverpackten Mittagsmahl bis zum Gefrierbrand im Tiefkühlfach. Das hat man davon, wenn man zugibt in irgendwas kompetent zu sein, man hat MEHR Arbeit. So wollten die Einsendenden dann wissen, was ihr Kühlschranksortierung und die Inhalte, denn nun über sie verrate, welche Charaktereigenschaften ich dem unbekannten Publikum von immerabgelenkt andeutete. Hab ich gemacht. Und dann lange nicht mehr in Kühlschränke geguckt. Bis letzten Freitag. Die IFA 2013 ist inzwischen so was wie eine Piep-Show für Kühlschrankfetischisten, eine Piepshow mit ANFASSEN! Hunderte Kühlschränke standen da in Reih und Glied und auf Bühnen und ich konnte (fast) alle einfach aufmachen! Händchen an den Hebel und schwupp offenbarten sich Kühlwelten die aufwendig für Fanatikerinnen wie mich inszeniert wurden und so will ich euch diese Welten nicht vorenthalten:

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Und es ist damit genau wie bei jeder Form der Pornografie: Zu viel Ordnung ruiniert den Nervenkitzel. Hier hat sich wirklich jemand Mühe gegeben, zu viel Mühe. Da ist alles explizit, alles offenbart, nichts ist mehr geheim und erahnbar. Es ist schön anzusehen, aber es macht nicht an.

Als Kontrast mal ein „echter“ Case, der mir vor kurzem begegnete:

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Dieses Exemplar verrät viel mehr als reine Ästhetik. Hier lässt sich Wochenendzuhausesein ablesen! Ein Jet-Set-Leben bei dem Eier zum Frühstück zu Hause schon ein Event sind und das Gefrierfach eine Akkumulation aller Dinge darstellt, die der Bewohner immer kochen „will“, aber eben nie dazu kommt, weil er doch schon wieder zur Tür raus ist, kaum ist er nach Hause gekommen. Dieses Gefrierfach ziert sich und man guckt immer länger und immer mehr, weil man sich einbildet, man könnte doch noch erahnen, was sich da hinter den gefrorenen, fertig gehackten Zwiebeln versteckt. Alles ist ein bisschen geknautscht und faltig! Das ist Leidenschaft, das ist Realismus und das ist tatsächlich irgendwie aufregend. Wodka und gehackte Zwiebeln regen die Fantasie WEIT stärker an, als ordentlich gereihte Tonic Fläschchen und perfekt runde Wasssermelonen. In der Inperfektion liegt der Charakter, auch beim Kühlschrank.

Für alle, die meine Ekstase NOCH nicht verstehen können, was heißt, dass ihr vermutlich auf der Suche nach traditioneller Pornografie hier gelandet seid und jetzt sowieso längst wieder weggeklickt habt… aber dann kam Mama rein und ihr seid schnell auf diese Seite zurückgesprungen, und jetzt scrollt ihr hier sinnlos rum, während darüber diskutiert wird, ob es nun Kartoffeln oder Reis zum Sonntagsessen gibt… HIER gibt’s die alten Beitragen zum Kühlschrankorakel…die ihr anklicken könnt, um vorzutäuschen, dass ihr das Internet für jugendfreie Recherchen nutzt…

Frigidäre Offenbarungen 

Kulinarische Freizügigkeiten

Mitten im Kühlschrank

In welche Kühlzone gehört die Leiche