Liebe geht durch den Magen und nicht durch’s Internet oder „Spotted:“ Lieber nicht

Das Internet bietet unendliche viele Informationen und doch sind wir alle ständig damit beschäftigt, nach irgendwas zu suchen. So langsam glaube ich, wir sind suchsüchtig, gesamtgesellschaftlich, oder zumindest gesamtjugendlich. Wer nicht weiß, wovon er sich ernähren soll, sucht Rezepte oder Diäten im Internet. Einen Modestil der zur Figur passt, sucht man dort genauso wie schicke Schnäppchen. Und nach der Liebe suchen ja sowieso alle, warum also nicht auf digitalen Pfaden. Doch das Hüpfseilchen zwischen Suchen und Stalken ist nicht einfach zu bewältigen. Darum bin ich skeptisch, was den Trend der neuen Facebook-Gruppen „Spotted“ an Universitäten angeht.

Auch in „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“ geht es um Figuren, die sich im realen Leben trafen und nun über das soziale Netzwerk zueinander finden wollen, ich habe mich also schon in literarischer Länge mit dem Thema befasst. Und nachdem immer mehr Googlesuchsüchtige mit der Frage „Wie Liebe Gestehen“ hier landen, erkenne ich einen Bedarf, dieses Thema tiefer zu behandeln…wäre ich nicht damit beschäftigt im Zitat „Wie Liebe Gestehen“ nach fehlenden Satzteilen zu suchen.

Aber Spotted: Universität zu Köln, nehmen wir doch mal meine liebste Universität, in der ich selbst Stunden, Tage, Wochen mit der Suche verbracht habe –meistens allerdings nach Raumnummern und weniger nach der großen Liebe, denn die musste ich nicht Suchen, die fiel mir irgendwann einfach angetrunken in die Arme – als Beispiel. Und kaum stelle ich mir das Szenario vor, das Spotted anregt, sucht mich meine Paranoia heim. Da sieht mich also jemand, der mich mag in einer Vorlesung und statt sich in den nächsten Woche einfach mal neben mich zu setzen, Schokoladen dabei zu haben und sie mir anzubieten (Ein Tipp der Facebook-Liebesgeschichten-Autorin-aka-Expertin-für-so-Sachen: Schokolade anbieten funktioniert in 10 von 10 Fällen, sofern man auf allergieneutrale setzt… Schokolade schenken deute ich als Liebesgeständnis! Selbst dann wenn du mich gar nicht magst und mir nur Schokolade gibst, damit ich endlich die Klappe halte. Schokolade = du magst mich!! Und ich mag Schokolade. Welch süßes Zuneigungs-Bermuda-Dreieck.), guckt er mich nicht an, sondern tippt auf seinem Computer oder Smartphone eine Nachricht, die dann die Jungs und/oder Mädels von Spotted anonym auf ihre Facebook-Seite stellen, in der steht: „An die Blondine, mit der lila Jacke, die drei Reihen vor mir sitzt. Bitte melde dich mal bei mir“ … Entdeckt noch jemand den Fehler oder finde nur ich das ausgesprochen dämlich? Seit wann schickt der Prophet dem Berg eine anonyme Facebook-Nachricht, damit sich eine Kontinentalplattenverschiebung in Gang setzt, die die beiden zusammenführt?

Auch in anderen Szenarien, kann ich Spotted nichts abgewinnen. Wenn es eben nicht die Uni ist, wenn man sich nur EINMAL begegnete und dann nie wieder über den Weg lief bisher, dann könnte sie ja eine Nachricht an Spotted schicken und dann könnte er das lesen und dann könnten die Beiden zusammen finden und dann und dann und dann und dann werden sie glücklich bis ans Ende aller Tage. Klingt das nicht romantisch? Nope. Tut es nicht. Kein Stück. Unrealistisch? Hochgradig! Aber Romantisch? Nein. Neinneinneinnein…

Vielleicht bin ich da auch persönlich vorbelastet, weil ich immer wieder merken muss, wie Facebook und Co. von mir-unbekannten Personen dazu missbraucht werden, explizite, nichtliebe und auch-nicht-lieb-gemeinte Nachrichten an mich zu schicken… Nachrichten, die ich der Kategorie „verbal-sexuelle Belästigung“ zuordne. Hinter dem Schleier der Anonymität wird im Netz mehr Böses als Gutes getrieben, zumindest nach meinen Erfahrungen.

Sucht nicht nach der Liebe im Internet, sucht euch lieber ein Hobby, bei dem ihr Menschen in der Realität kennen lernt.

Vorsätze vor vorgehaltener Hand

immerabgelenkt-vorsatz2013

Wir schreiben Halbzeit in Punkto Januar und bisher Stand es 0:0 was meine Vorsätze für 2013 anging. Die üblichen verdächtigen vorsätzlichen Pläne wie Abnehmen, mehr Sport oder einen Tag in der Woche mal nüchtern zu Bett gehen, sind mir, das wissen regelmäßige Verfolger von immerabgelenkt.de, ein bisschen zu tief-lattig. Dazu kommt, dass mein Zukunfts-Ich in ständiger Konkurrenz zu meinem Vergangenheits-Ich steht, zur jüngeren, schlankeren, idealistischeren Juliane. Mein Jetzt-und-Morgen-Ich muss sich ständig mit ihr messen, vergleichen und sie übertreffen. Da Juliane-Version-2012 ein Buch geschrieben hat, ein amüsantes, innovatives und spannendes noch dazu, muss 2013 was kommen, das dieses Möchtegern-Autorinnen-Miststück in ihre Schranken weist! Tzz, ein Buch geschrieben, …mämämämä…demnächst macht die auch noch LESUNGEN! Im März 2013! Zweitausenddreizehn! Als hätte ihr ein Jahr nicht gereicht! Dabei gehört dieses Jahr der Jetzt-Juliane!

Darum brauchte ich für die Wahl meines Neujahrsvorsatzes auch bis heute. Ich habe sämtliche Option über- und durchgedacht, die ganze alphabetische Aufzählungsfolge ALLER Möglichkeiten, von Vegetarismus bis Weltreise und kam zu dem Fazit, dass es keins von diesen beiden sein wird. Denn schon nach einem halben Tag als Vegetarierin bestellte ich mir ein Steak (dabei hatte ich soooo erfolgreich begonnen! Mein Morgen war 100% vegetarisch, ich war sooooo gut….bis ich Hunger bekam…) und für eine Weltreise hab ich nicht alle Impfungen (und das nötige Budget…). Darum wird’s was anderes, was mit dem „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“ zu toppen hoffe, das auch mit dem Internet zu tun hat, aber nix mit facebook, das auch lesenswert sein wird, aber kein Buch ist, das gerade, wie eine völliger Schwachsinn scheint, ABER ich werde es tun.

2013, werde ich ein Unternehmen gründen und damit das Internet um eine Attraktion erweitern. Japp, immerabgelenkt arbeite sowieso immer, warum also nicht an was Eigenem. Für dieses Projekt habe ich das selbe Budget, wie für die Weltreise: 0,0000 Euro. Aber ich brauch in diesem Fall ja auch keine Impfungen, Tropenkleidung oder Briefmarken für die Postkarten, die alle haben wollen, wenn eine ne Reise macht.

So this is it, 2013! Aber erstmal muss ich mich jetzt um die Lesung kümmern. Das Unternehmensprojekt ist schließlich auch das business der Zukunftsjuliane, die denkt doch nicht, dass sie das auf der Gegenwartsjuliane abwälzen kann! Wär ja noch schöner. Ich hab genug nachzuarbeiten, dass die Vergangenheitsjuliane liegen gelassen hat.

PS: Nein, ich gründe kein Live-Jazz-Café… das ist nur ein Bild. Im Internet! Glaub nicht alles, was ihr im Internet seht.

Ich glaub es hackt!

Schöne Fotoaufnahmen machen alles appetitlicher. Alles. Der passende Winkel und eine gute Lichtsetzung, schon läuft Quasimodo Matthew McConaughey den Rang als Sexiest Man Alive ab, eine 20qm-Ein-Zimmer-Wohnung im Souterrain wird zum lichtdurchfluteten Loft und aus Jogurt und Keksresten ein Trifle, garniert mit karamellisierten Erdbeerscheibchen.

Food Porn ist eins der Dinge, die heute viele Internetnutzer und vielleicht sogar noch mehr Internetnutzerinnen, in ihrem Menü haben. Seit 2011 stehe zwar  Social Media auf Platz eins, der am häufigsten abgerufenen „Services“ im Netz, aber das heißt noch lange nicht, dass wir mit unseren Netz-Kontakten nur aktuellste, gesamtgesellschaftsbetreffende Informationen teilen. Bei den meisten Meldungen, die wir hin und her schicken, die wir veröffentlichen, posten, teilen und liken steht gerade das „ME“ in Social MEdia im Mittelpunkt. Oder das MEiiiau. Aber darum geht’s mir heut nicht. Denn ich hab keine Katze zu Weihnachten bekommen, sondern eine Auflaufform. Bis gestern war diese Form mit Gummibärchen gefüllt und hatte damit einen Nutzen für mich. Jetzt ist sie leer und erinnert mich mahnend an ihre massenproduktionell-mitgebenene Funktion: Aufläufe kochen.

Zum einen, bin ich keine große Köchin, weswegen man mich wohl mit einer solchen Form, für die „einfache Küche“, bedacht hat. Zum anderen, habe ich aber extrem hohe Ansprüche an meine Nahrung. Und Auflauf ist. nicht. sexy. Null. Saltimbocca! Das klingt nach Genuss. Ebenso Ratatouille. Und sogar Curry-Kürbissüppchen mit Kokosschaum, klingt alliterarisch appetitlich. Aber Auflauf? Nope.

Ich hab mich quer durch’s Netz geklickt, durch alle Rezeptcommunities, von Chefkoch über Kochbar bis hin zu Yummly, dem amerikanischen Hollywood-gleichen-High-Class-Food-Porn-Netzwerk (sicher sind da einige Sachen auch gemacht! Also, bitte, diese Brioche sind doch nie natürlich!!), aber Auflauf bleibt altbacken. Egal von welcher Seite fotografiert, egal ob mit viel oder wenig Licht.

Noch unattraktiver wird’s, wenn man sich die Zutatenlisten für mögliche Auflaufrezepte durchliest, bei denen, meist an vorderster Stelle, das zweit-hässlichste Lebensmittelwörtchen überhaupt und ever steht: Hack. Hack und Auflauf. Hack-Auflauf. Oje. Wenn also Food Porn, das kulinarische Äquivalent zu „traditioneller“ Pornographie ist, in welches perverse Untergenre verstauen wir dann den Hackauflauf?

Ich glaub ich gehe morgen Gummibärchen kaufen und fülle die wieder in die Schale. Oder ich stelle sie aus. Leer. Ein Ready Made. Ganz große Kunst in der kaltbleibenden Küche.

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Advent, Advent, die Erde brennt….bald

Im Dezember 2012 spaltet sich die Glaubenswelt in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen jene, die an den Weihnachtsmann, die Ästhetik kitschigen Tannenbaumschmucks und die freudebereitende Funktion von öden Grußkartensprüchen glauben. Auf der anderen jene, die der Überzeugung sind, dass all eben genanntes Blödsinn ist, die aber den Weltuntergang für eine reale Zukunft erachten. Am 21.12.2012 geht die Zeitrechnung letzterer zu Ende, während erstere noch drei Kläppchen im Adventskalender übrigen haben. Das ist mega unfair. Ich finde, dass beide Seiten ein Recht auf Vorfreude haben.

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Um eben auch den Weltuntergangsadvent gebührend vor zu feiern, eröffne ich hiermit, ganz offiziell, den Adventgeddon.  Ich übe schon mal auf meiner Ukulele die Melodie zu „Xmal werden wir noch wach, heisa, dann ist Ruhe im Schacht“ und „Kommet ihr Zombies“ und „Fröhliches Ende über all“ und ganz viel weiteres Liedgut für diese Zeit zu spielen. Dazu puste ich jeden Sonntag ein paar Lichter aus und ihr, ihr dürft nicht nur mitmachen, ihr bekommt auch den immerabgelenkt-Adventgeddon-Kalender, mit 21 kleinen Beiträgen auf immerabgelenkt.de, die Vorfreude auf den letzten aller Tage mache.

Und heute, am 01.Dezember geht’s los, mit folgendem wunderbaren Song:

Zombie Crush von Groovie Ghoulies

Update im Fall Florian Sommer

Ich wage mich auf neues Terrain. Immerenthülllungsjournalismus, könnte man das nennen. Oder zumindest Dieseinemalenthüllungsjournalismus. Denn anonyme Informanten, darunter die größte Plaudertasche ever, bekannt als „Google“, haben mir weitere Infos zum Fall „Wo ist der Sommer“ aka Klassensprecher der 3a zukommen lassen, die einige meiner Frage zu diesem Facebookphänomen beantworten, z.B. die Frage, wer als Konkurrenz für Florian Sommer im Wahlkampf um den Klassensprechertitel der Grundschule antritt. …Der da (leider kann ich wieder nur mit Links weiterführen…copyright und so…)

http://ask.fm/KlassensprecherGabriel

Auch dieser blonde Junge, der leicht mit Florian Sommer verwechselt werden könnte..sehr leicht…vielleicht zu leicht (??) möchten den Posten als politisches Sprachrohr an der Grundschule in nahe Wien werden. Moment, Wien? Ein Österreicher, mit einer ehrgeizigen Strategie zur Machtübernahme? Oh. Je. Oh. Je. Ähm..wie viele Follower hat das Kind nochmal in wenigen Wochen bekommen? Fünfstellig. Aha. … Ja, ich pack lieber schon mal.

…. Es hat auch einfach alles ein Revival….mannnmannnmannn

Wo ist der Sommer?

Noch vor zwei Tagen fragte ich mich, wer dieser Florian Sommer ist, das Kind, das bei facebook tausende Likes für seine politischen Ambitionen erntete. Zur Erreichung des Ziels Klassensprecher irgendeiner 3a zu werden, hatte er ein 1a-Beispiel für Social-Media-Hypisierung geliefert. Und ganz dieser Gattung gemäß hatte er nicht nur Fans um sich gescharrt, sondern auch gemein pöppelnde (a)sozial-mediale Nutzerschaften angezogen. Weil ich die Fanpage nun, da ich mir die Zeit nehmen wollte darüber zu bloggen, nicht mehr finden kann, muss ich auf einen Scrennshot via Link verweisen.

http://gtawc.net/index.php?page=Thread&threadID=38342

Ja, tatsächlich, klickt ruhig nochmal rüber auf das Bild. Und noch einmal

…ganz in Echt und wirklich, sah SO die Seite aus, über deren Funktion und Fake-ilität ich mir begründete Mutmaßung machte. Gab es dieses Kind wirklich und meinte der das Ernst? Handelte es sich vielleicht, um eine Guerilla-Werbeaktion für Haargel oder Businessherrenmode in Zwergengröße? Oder gar eine Initiative für mehr politisches Interesse bei jungen Wählerinnen und Wählern? Und vor allem, das fragte ich mich am allerallerallermeisten: Wie sah die Konkurrenz des Klassensprecher-Kandidaten aus und wohin müsste ich meinen Briefwahlantrag senden?

Doch noch bevor diese Wähleranliegen geklärt wurden, verschwand die Seite und reiht sich nun in die Hall of unsolved Mysteries of mankind ein, gleich neben der Geschichte vom heiligen Gral und der Frage, warum Männer immer allein auf’s Klo gehen.

Während Skully und Mulder schon mal bei Eduard Zimmermann im Jenseits anrufen, wage ich drei erste Thesen zum Verschwinden:

1. Die FTP hat dieses Highpotential abgeworben, ihm dann aber den facebook-Zugang gesperrt, weil dieses Internet und alles da drin ja gefährlich ist.

2. Florian Sommer hat sein Ziel erreicht, ist Klassensprecher der 3a geworden und überlässt seine Fans und Follower (aka das Volk) nun einer liberal-toleranten Selbstverwaltung (aka im Stich).

3. Das ganze war und ist die Fortsetzung von Kill Kony 2012. Ein Social-Media-Alien par excellence.

Ganz demokratisch könnt ihr gerne für 1, 2 oder 3 abstimmen. Vielleicht hat ja sogar jemand weiterführende Tipps!

Alligatore.Echse von Google

Man kann heute alles online bestellen, selbst Dinge, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt und von denen man noch weniger weiß, wofür man sie gebrauchen kann. Vasen in der Form eines Panzers gehören dazu. Stiefel mit offenem Zehenbereich ebenfalls. Eine Popcornmaschine für zu Hause…eine POPCORN-MASCHINE???? Wow! Wie geil ist das denn! Natürlich BRAUCHT man die! Unbedingt! Wie kamen Haushalte bisher nur ohne aus! Ich brauche die! …Liebe Leserinnen und Leser, eine kurze Werbepause für euch…ich muss kurz der Konsumlust frönen.

Werbung + Werbung

Ihr habt euch mal wieder wundgestupst? Überall rote und blaue Flecken ? Es gibt Hilfe! Heilmittel! Und zwar den besten Satire-Erklär-Erzählroman des Jahres „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“. Jetzt bestellen! Unbedingt! Auch präventiv anwendbar! Dieses Buch darf in keinem Lesenotfallkoffer fehlen!

Bei Risiken und Nebenwirkungen konsultieren Sie Ihre örtliche Bloggerin.

Zurück aus der Werbepause. Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Alligator, den ich online bestellen möchte. Denn über Twitter erfuhr ich, dass dies wohl der neuste Trend wird. Google hat nen Alligator im Serverraum, also brauchen wir nun bald alle einen. Schon in wenigen Tagen werden lustige Alligatorenbilder Katzenbilder im Netz ablösen. Und schon jetzt ist es sauschwer noch einen zu kriegen. In meinem Umkreis bieten 4 Anbieter Krokodile an, also das Android-Pendant zum Alligator. Ich will aber ein Original! Kein Mee-Too-Produkt und schon gar keinen Fake aus Taiwan, der nach der Woche kaputt geht. Nach langer Recherche, fand ich nun einen amerikanischen Anbieter, der die Viecher für 90 Dollar anbietet. Es handelt sich dabei aber um „American Alligators“….hmm…dann brauch ich vermutlich für Deutschland auch noch nen Adapter. Aber immerhin Fedexen die die Echse. Hmm…Die Kundenstimmen auf der Webseite sind auch sehr positiv. „Coolest thing I ever bought online“ schreibt da tatsächlich einer. Hmm, hmm, hmmm, hmmm…ich bleibe skeptisch und warte popcornkauend vielleicht doch erst die nächsten Version ab. Vermutlich bräuchte diese noch unzählige Bug-Fixes und ich will keine Käfer zu Hause. Und die Farbvielfalt ist denn auch noch sehr eingeschränkt. Ich hätt meinen schon lieber in Weiß. Vielleicht leih ich mir erst mal einen und teste das. Hat zufällig schon einer von euch einen oder steht ihr noch Schlange?

Ruhe bitte im Saal

Ich bastele gerade eine Seite für das Buch und bemerke dabei, was ich alles an Webseiten hasse. Ganz oben auf meine Liste, der Dinge, die mich eine Seite reflexartig, also in weniger als 3 Sekunden, verlassen lässt ist: MUSIK. Dimmdadidimm….und ich bin weg. Und das, obwohl ich sonst musikalisch echt tolerant bin. Wenn ein Song mit One-Two-Three-Four beginnt, haben mich die Stimmen aus dem Radio meist schon überzeugt. Im Internet aber mag ich es ruhig, in Bilder und Worten, rein visuell. Geräusche, die aus dem Computer kommen, nehme ich als Warngeräusche wahr. Wenn mein elektronisches Alterego mit mir über akustische Reize zu kommunizieren versucht, dann entweder, weil der Akku leer ist, mich mein kleines leuchtendes Gegenüber über Fehler XZY, der ALLE MEINE DATEIEN LÖSCHEN WIRD informieren will oder weil der Lüfter eine Zweitkarriere als Flugzeugturbine anstrebt, was ebenfalls im Absturz meines Systems enden wird. Töne aus der Zauberkiste bedeuten einfach nichts Gutes. Darum schrecke ich auch bei plötzlichen musikalischen Klängen auf, als wär der Feueralarm losgegangen.

13 Sekunden halte ich es auf einer Seite auf, die eine automatische Slideshow verwendet. Ich bin alt! Achtundzwanzig Jahre!!! Da braucht man ein paar Sekunden mehr, als 4 (!!!), um sich ein Bild anzusehen und es zu verstehen. Wenn dann noch Text über das Bild gelegt ist, schwankt mein Kopf zwischen Lesen und Gucken und bevor ich mich für eine der beiden Aktivitäten entscheiden konnte,….ist das Bild weg und ein neues da, mein ganz anderem Text und Kontext.  Und während ich noch „Boahh…ich war noch nicht fertig“ schreie, zieht man mir dieses Gericht auch schon wieder unter der Nase weg und stellt das nächste hin. Dieses Fast-Gucken mag ich genauso wenig wie Fast-Food.

Schöne Bilder, spannende Texte und die an oder andere nette Schriftart. Mehr brauch nicht. Ganz basic werde ich die Seite zusammenbasteln. … aber auch das braucht Zeit. Ein bisschen dauert’s noch, bis zur eigenen Seite für „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“, für Buch, eBook, Hörbuch und noch ein bisschen mehr.

Unbezahlbar

Es bringt bestimmt Unglück, wenn man sich die Rezensionen für das eigene Buch auf Amazon durchliest, aber bis zu den Rezensionen bin ich gar nicht gekommen. Knapp über den Details zu den Sternchen fielen mir nämlich die Tag-Vorschläge von Amazon auf.

Überteuert? Ja zugegeben, ein normales Taschenbuch ist günstiger. ABER, erstens macht Bod.de den Preis fest und Druck auf Nachfrage ist nun einmal teuer. Jedes Exemplar von „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“ ist quasi ne Sonderanfertigung! Ha! Und außerdem sagen die RezensentInnen, dass es sowieso kein „normales“ Buch sei. Passt also alles. Viel mehr, als die normative Einordnung meines Unterhaltungs-Satire-Sach-Erklärbuch-Roman-Geschichtchens, interessierte mich aber WAS noch das Siegel überteuert erhielt. Und Leute, ich bin ich GUTER Gesellschaft!

In einer Reihe mit Star Trek und kitschigen Harry Potter Sammlerstücken aufgeführt zu werden ist besser als jede Bestsellerliste! Ich neben Picard und Dumbledore! Und ne Pulle Wein steht auch in Reichweite. Was will man mehr? „Das was wir hinterlassen, ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben, denn letzlich sind wir alle sterblich.“ Genau Jean Luc! Also zauber mal drei Gläser Herr Dumbledore!

Ein schönes Wochenende mit viel guter Lektüre!

Heute ausnahmsweise mal kein Sex…fast

Eigentlich war die immerantworten-Sprechstunde ja nur einmal monatlich geplant. Mehr zahlt die Kasse einfach nicht. Aber es wird Herbst und damit wohl nicht nur Erkältungszeit, sondern auch Hochsaison für kranke Googlesuchen. Gut, gut, dann drehen wir das Schildchen anner Tür halt doch nochmal auf OPEN. Schön inner Schlange aufstellen liebe Frauschaften und Herrschaften. Wir machen das jetzt nach Dringlichkeit. Akute Aussetzer bitte vor chronischen.

Kommen sie rein, gucken sie raus und zeigen sie mal her, was Google auf den Überweisungsschein geschrieben hat.

bondage hodensack“ — …oh…hm…nein, bitte ziehen sie sich wieder an, Suchworte zeigen hätte auch gereicht. Bei Knoten in der Brust hätt ich ne Empfehlung gehabt, Knoten um die Klöten geht da aber pathologisch vorbei. Kommen Sie doch andermal wieder, wenn weniger los ist…und ich umgezogen bin. Die neue Adresse? Jaja, die kriegen sie dann….als ob!!

So, gibt’s noch Fälle bei denen man nebenbei problemlos Frühstücken kann? Ja Sie? Na, dann kommen Sie rein.

männer y-chromosom gehirn“ — Ja, das ist wohl der Grund für diese verrückten Ideen. Wollen Sie auch einen Kaffee? Sie glauben ja nicht, was für ein Y-Chromosom hier eben war. Mannnmannmann… Da wundert man sich wirklich wie sich Y-Chromosom und Gehirn miteinander managen lassen.

Ist noch mehr Kaffee da. Noch jemand mit Männerproblemen? Dann immer rein.

manipulation um mann zu bekommen“ — Gute Frage meine Liebe. Madame Y-Chromosom und ich diskutieren grad über die kognitiven Kapazitäten der Herren und wir raten Ihnen, lassen Sie’s lieber. Das führt zu nichts Gutem. Aber wenn Sie unbedingt einen wollen, kenn ich da jemanden, der kommt schon mit Leine…um die Eier. Interessiert? Ja? Moment, ich muss mal kurz telefonieren.

So, Frühstück beendet. Jetzt schaff ich auch die Härtefälle wieder. Wer möchte?

käufliches ziegenfleisch“ — Der Metzger ist gegenüber. Ja, kein Problem. Kommt ständig vor. Tschüss und guten Appetit.

kaufliche liebe“ — sollten sie weder Vegetarier noch Veganer sein, könnte da ebenfalls der Frischfleischhandel gegenüber helfen. Ansonsten empfehle ich die Lektüre von „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“, können Sie direkt hier kaufen, Amazon

beziehungsstatus ändern facebook konsequenzen“ — also Ihnen empfehle ich auf jeden Fall mein Buch. Ich schreib Ihnen am besten ein Rezept. So damit gehen sie jetzt zu Amazon und holen sich das Buch. Dreimal täglich lesen, dann wird alles gut.

So, einer darf heut noch. Dann mach ich Feierabend. Wer ist noch da? Da, ja Sie Sehen bedürftig aus. Was haben Sie denn?

wohltätigkeitsbitte“ — Aha, na das hätt ich mir ja denken können. Nagut, weil heut Freitag ist, verschenk ich ein Exemplar der ersten Auflage von „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“, mit persönlicher immerabgelenkter Signatur.

Lass mir bis Montag einen Kommentar da, meinetwegen auch mit den Dingen, die du dich nicht getraut hast, bei Google einzugeben und dann entscheide ich ganz wohltätig Montagmorgen darüber, wessen Postadresse ich Anfrage.

Das ist nicht genug Altruismus? Dann stell dich doch nächstes Mal bei der AWO an und nicht an meiner Praxis!

Keiner hilft, aber alle haben Recht

Das Internet, ein Quelle allen Weltwissens? Das war vielleicht mal so utopitisiert. Heute wissen wir: Ziel verfehlt, weit verfehlt und wir kommen immer weiter ab vom Weg.

Der Wissensvermittlung oder sogar –generierung durch die internetermöglichte Vernetzung von Koryphäen aller Arten rund um den Globus steht ein dem Netz intrinsisches Phänomen entgegen: Die Ablenkung. Hier jetzt nicht als Subjekt, sondern Objekt.

Irgendwie ist es ja toll, dass ich nicht allein bin, im Netz und mit dem immerabgelenktsein, aber ich fürchte, die Welt wird daran noch zu Grunde gehen.

Es ist einfach nicht möglich eine stringente Unterhaltung zu führen oder eine einfache Antwort auf wirklich simple Frage zu erhalten. Nämlich die Frage: Bringt mich das jetzt um????? Oder erst später??? Und wie lange hab ich noch???

Ich bin froh, dass die Frage schon gestellt wurde. Nicht so froh, bin ich über das, was dann geschah:

Auf den ersten, völlig destruktiven Hinweis, folgt nämlich (und sowas passiert im Netz täglich! 1000nde Male!! Jede Sekunde wieder! Aber keiner denk an die Opfer!!) keine Hilfe, sondern KLUGscheißerei!! Und darauf folgt…genau…noch mehr Klugscheißerei. Oder möchte mich da jemand korrigieren? Warum nicht. Tritt vor und mach dir Luft, auch wenn es N.I.C.H.T.S mit dem Thema zu tun hat.

Apfelrinde oder Apfelschale ist völlig irrelevant! Obstfliege in der Nase ist ein Notfall! Vermutlich hat sie die Fliege längst aller MenInBlack-Alien im Kopf der/des Betroffenen angesiedelt.

Vermutlich übernehmen die Obstfliegen auf diesem Weg die Weltherrschaft. Vielleicht ist das aber auch gar nicht so schlimm. Denn meinen Glauben an die Menschheit hat das Internet sowieso schon längst zerstört…. Wenn ich den netzimmanenten Klugscheißer-Singsang also um eine Zeile ergänzen dürfte: Die Welt geht nicht vor die Hunde. Sie geht vor die Obstfliegen!

Populärperverse Peinlichkeit

…auf die Google eine Antwort zu glauben kennt. Mich. :-/

Eindeutig sexuell-motivierte Suchbegriffe führten zu dem Umstand, dass aus immerantworten die Kategorie „Dazu-sag-ich-nix“-wurde. Aber das half den verlorenen, googlebefragenden Seelen auch nicht. Darum gibt’s nun, immerantworten reloaded. Japp, ich antworte auf eure Suchbegriffe. Ich bin zu gut für diese Welt und dieses Internet. Hachja. Also gut, Willkommen liebe Patientinnen und Patienten, wo tut’s denn weh?

woliegen die sehnenscheiden hand“ —- im Handrücken, auf dem und um das Handgelenk. Wenn du die Griffel ausstreckst und auf und ab winkst, merkst du sie. War’s das? Das war leicht. Rechnung kommt per Post.

Nächster!!!

kann man bei facebook beziehungsstatus verliebt machen?“ — Nein, leider nicht. ABER ich empfehle dir das Buch, den besten Unterhaltungsroman zu Thema zu kaufen. Beziehungsstatus: Verliebt in facebook, z.B. hier http://bit.ly/QBuN2e

Nächste!!!!

kind ist immer abgelenkt“ — Mama!! Ich hab doch gesagt, ich hab jetzt keine Zeit. Später. Jajajaja…Ja……..Hmm…Hm….Du, ich hab hier Menschen, die auf Antworten warten…Jajaja…Hmm….

Nächster!!!!

mitteilungsbedürfnis facebook wissenschaftliche“ — Bücher lesen, hilft auch bei der Grammatik. Z.B. das hier http://bit.ly/QBuN2e…sofern sie die 2. korrigierte Auflage schicken.

Noch jemand da? Ja? Na, dann kommen sie rein!

wie lange dauert eine hundeschwangerschaft“ — Da muss ich mal kurz nachschlagen….omg, Google empfiehlt dafür wirklich mich. Ich war noch nie Hund. Schwanger auch noch nie. Hmm…ein paar Wochen? Monate? Aber selbst, wenn ich es wüsste, wie lange wäre das dann in Hundezeit? Ähm…ja…also…ich glaub ihr Hund ist nicht schwanger, der ist nur pummlig. Ist ja auch bald Winter. Gut. Frage beantwortete.

Wer ist jetzt dran?

folgen von zu wenig sex“ — Betreibe lieber erstmal Ursachenforschung. Gründe für zu wenig Sex zu suchen, bringt dich eher weiter.

Nächster!!!

meine nachbarin nackt und besoffen“ — Ich wusste es!! Man kann doch in mein Fenster gucken. Shit. Die Praxis wird kurz geschlossen. Ich muss zu Ikea. Vorhänge kaufen.

….

….

….

So, wer ist jetzt noch da? Gibt’s noch offene Fragen, Suchen, Probleme? Ja, nagut, dann her damit. Wir machen jetzt Gruppensitzung, damit’s schneller geht. Ich muss gleich heim und die Vorhänge anbringen. Wir gehen einfach reihum.

„pornos mitfahrgelegenheit“ — Der nächste Zug verlässt diesen Blog in 2 Minuten. Bitte steig auf.

„nackt aber mit brille“ — Ist ja wohl nicht nackt! Nackt aber mit Nagellack ist schließlich auch nicht nackt. Nur nackt, aber mit ungewaschenen Haare, das ist Bloßstellung in ihrer absoluten Nackigkeit.

„geschlechtsverkehr im bett intim bilder“ — Du, ich glaub ich hab da ne Mitfahrgelegheit für dich. Guck mal zwei Fragen weiter oben!

„geschenk zum 30 geburtstag für frauen“ — das beste Buch der Welt natürlich!!! Beziehungsstatus: Verliebt in facebook, z.B. hier http://bit.ly/QBuN2e

Lieber Herr Gesangsverein, ich bewerbe mich um die Stelle als die mit der Triangel…

ZEIT-Redakteurin Tina Groll hat sich an Katzen-, Pannen- und Make-Up-Tutorialvideos auf Youtube vorbei geklickt, um Arbeitgeber-Bewerbungvideos zu finden. Arbeitgeber-Bewerbungsvideos? Japp. Videos in denen sich Unternehmen als Arbeitgeber bei potentiellen Arbeitnehmern bewerben. Das klingt verdreht. Ist es auch! Hochgradig! Und weil die Arbeitgeber dann auch noch die bereits Angestellten vorschieben, um das Unternehmen als sozialen Treffpunkt zu inszenieren, wo alle Spaß haben und gemeinsam Singen, Rappen und Tanzen, sind die meisten dieser Filmchen nicht nur ver-, sondern auch völlig abgedreht. Groll findet diesen Trend deswegen fehlgeleitet und ich stimme ihr gerne zu.

Und ich glaube, den Ursprung dieser Entwicklung gefunden zu haben…nah, Ursprung ist vielleicht etwas weit gegriffen… gut, nennen wir es den genealogisch vorangegangen Schritt, EINEN Vorschritt der Genealogie dieser Arbeitgeberwerbevideos.

Von vorne angefangen, müsste ich sonst wohl erst einmal die Entwicklung filmischer Werbeformen resümieren und dazu bräuchte ich ein paar Bücher aus der Bibliothek und hierfür bin ich zu faul. Und es regnet draußen. Also greife ich auf das zurück, was ich daheim habe: Das Internet. Und da findet man sie, die inzwischen auch hierzulande verbreiteten und gelikten Videos großer amerikanischer Universitäten. Das musicaleske Video der Uni Yale ist mein persönlicher Favorit.

Den generationenüberdauernden interuniversitären Konkurrenzkampf, der sich sonst im Kidnapping von Maskottchen manifestiert fortführend, konterte Harvard dann auch singender Weise:

Diese Videos sind bekloppt, aber beliebt. Aber im Grunde klassische Werbung in Bewegtbild, weil hier Universitäten werben, die keine klassichen “Bewerber” akkumulieren wollen, sondern Kunden. Bildung ist ein mit Dollar zu erwerbendes Gut im Tauschhandel zwischen Käufern (=Studierenden) und Verkäufern (=Universitäten), in den UrsprungsStaaten der Ablenkungsvideos.

Wenn nun aber Arbeitgeber, denen ich meine Arbeitsleistung, als Verkäuferin dieser meiner Spitzenleistungen anbiete, darum werben, dass ich dies doch bitte tue…verwirrt mich das total. Wenn sie es singender oder tanzender Weise tun erst recht. Klar zieht auch mich ein Unternehmen mit gutem Unternehmensimage an. Aber das Videotheater führt das Personalmarketing zu weit. Wenn was zu lustig klingt, krieg ich Angst.

Ein bisschen fürchte ich sogar, dass die Werbenden eben doch mein Geld wollen, im Tausch dafür, dass ich dann bei ihnen arbeiten darf.

Vielleicht sind es aber auch gar keine Werbevideos, sondern Warnvideos. Denn das gibt’s ja auch in den Sendepausen. Videos die zu weniger Alkohlkonsum aufrufen, zu weniger Unfällen im Straßen- und Geschlechtsverkehr, Videos die aufklären und warnen. Vielleicht ist das ja das Genre, in das man die von Groll präsentierten Kurzfilme einsortieren sollte.

Verliebt in facebook, die Zweite… Auflage

Nach meinen Schönheitskorrekturen, war Bod.de jetzt so freundlich und flott, die neue Version von „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“ gegen die alte, schmutzige zu ersetzen. Bis Amazon und Co hat es Verliebt in facebook 2.0 denn noch nicht geschafft, aber wer das Büchlein gerne möchte, zum Lesen, Verschenken oder Weitere-Fehler-Finden, kann es hier ordern:

Beziehungsstatus: Verliebt in facebook

Und damit erst einmal ein schönes Wochenende! Ganz bald, gibt’s dann weniger Panik und Leid und meeehhrrrr Kühlschrankgucken und Ablenkung.

Käufliche Liebe…jetzt! echt! ohmannmannmannn…

Es ist da! Beziehungsstatus: Verliebt in facebook. Im Netz. Noch ohne Bild, aber das soll in den nächsten Tagen auch angezeigt werden. Das Buch. Bestellbar. Lieferbar. (Ja, bei Amazon steht es sei demnächst lieferbar, das liegt am book on demand. Wird eben gedruckt, sobald bestellt.) Lesbar!! Ein echtes, käufliches, lesbares Buch!!

Und zwar hier: Beziehungsstatus: Verliebt in facebook

Also alles palleti. Oder nicht? Nicht so richtig. Ich bin nervös, aufgeregt und noch nicht ganz fröhlich, weil’s irgendwie noch nicht real scheint. Vielleicht wird’s besser, wenn die von bod und Amazon das Bild dazu hochgeladen haben.

Aber vielleicht funktioniert auch Folgendes: Die These umdrehend, dass der Kühlschrank die Seele des Menschen wiederspiegelt, versuche ich jetzt mal, durch die Befüllung meines coolsten Teils in der Küche, für frohe Feierstimmung zu sorgen:

‚Status‘ of Affairs

Ich kämpfe mich noch durch die Korrekturen von „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“ und werde noch ein wenig Zeit benötigen. Aber während ich noch am Endprodukt werkele, habe ich beschlossen, die Ausschnitte online zu stellen, die rausgeflogen sind aus dem Buch. Auch wenn sie dann nicht ins Gesamtwerk passten, passen sie doch immer ins Blog. Viel Spaß damit:

Sprache ist ja nur eine Aneinanderreihung von Zeichen, die erst durch die Entschlüsselung des Empfängers mit Bedeutung aufgeladen wird. Semantik hat de Saussure das Spiel zwischen Sendern und Empfänger genannt. Lasswell hat das dann mit seinen Worten nochmal gesagt und herausgestellt wie wichtig Ort, Zeit, Absender und Empfänger sind. Und viele andere haben sich seit dem die Nächte um die Ohren geschlagen, um das Mysterium, das schon Kindern mit dem Lied „Was soll das bedeuten?“ eingesingsangt wird, in theoretisch-wissenschaftlichen Analysen zu lösen.

Und auch in der Praxis, fragte sich Anna, in der Ära facebook:„Was soll das nur bedeuten?“ facebook-Statusmeldungen zu entschlüsseln bleibt eine geheime Hexenkunst, aber versuchen darf man es ja doch. Darum hier ein kleiner Status-Subtext-Übersetzungsversuch gängiger Statusmeldungen auf facebook:

Statusmeldung: „Was schiefgehen kann, geht auch schief…“

Übersetzung: Ich brauche Aufmerksamkeit. Und Mitleid. Denn mein Lebensplan realisiert sich in einer mir nicht erwünschten Weise, eigentlich ist es aber garnicht so schlimm, weil ich ja noch Zeit habe die persönliche Verfehlung via facebook der Welt mitzuteilen. Mitleid und Aufmerksamkeit brauche ich aber trotzdem. Denn mein Ego sinkt grad.

Statusmeldung: Dorf Auvfn mehr tu Trubel ! Wk BSHG Vaduz DivX wav??

Übersetzung: Ich bin betrunken und versuchen über mein Smartphone Kontakt mit der Welt aufzunehmen, dabei korreliert meine alkoholbedingte Koordinationsunschärfe mit der Autokorrekturfunktion meines Telefons. Egal ob dieser Status gemocht oder kommentiert wird, ich werde ihn morgen bereuen.

Statusmeldung: Danke für all die lieben Geburtstagsglückwünsche, ich habe mich sehr gefreut!

Übersetzung: Ich weiß, dass nur deswegen so viele Leute an meinem Geburtstag gedacht haben, weil facebook sie daran erinnert hat, aber das ist mir egal, Hauptsache Aufmerksamkeit und ich hab mich auch über jede beiläufige Gratulation so sehr gefreut,  wie über eine persönliche, ernst gemeinte. UND mir ist sehr wohl aufgefallen, dass DU, ja DUUUU, mir nicht gratuliert hast! Und um dir das bewusst zu machen, bedanke ich mich jetzt nochmal in aller Öffentlichkeit bei den 199 von 200 FreundInnen, die an mich gedacht haben, wenn auch nur für 2 Sekunden. UND DICH (!!!), ja dich, der du gesehen hast, dass ich Geburtstag hatte und mir NICHT gratuliert hast, dich lösche ich jetzt. ..Oder später. Vielleicht. Bestimmt. Vielleicht war er ja nur nicht online an dem Tag. Na gut, einen Versuch hat er noch. Nächstes Jahr lösch ich ihn aber, wenn das wieder vorkommt! Jaha! Echt.
Leckkeerrr! [Post der in der Regal mit einem Foto der gerade zu verzehrenden Speise daherkommt]
Übersetzung: Ich habe gekocht. Oder zumindest Geld für Essen ausgegeben. Und weil ich sonst nichts tolles zu posten habe, poste ich eben das. Essen geht schließlich immer, essen müssen und mögen wir alle, also garantiert dieser Post auch ein paar Likes. Ha!

Statusmeldung: Scheiß neues Gesetz § XY!! [Oder eine beliebige politische Meinungsäußerung ansonsten neutral-politischer Menschen, zu einem medienpräsenten Thema.]

Übersetzung: Ich habe heute morgen die Bildzeitung gelesen und jetzt eine Meinung. Jawohl! Und ich bin voll dagegen. Jawohl! So, das musste mal gesagt werden.
 

Statusmeldung: Bitte poste dies weiter, denn facebook ändert die Privatsphäre-Einstellungen. Geht zu Privatspähre und ändert…

Übersetzung: Das sah wichtig aus, deswegen hab ich es mal weitergeleitet, ich leite auch Kettenbriefe weiter, weil es könnt ja doch was dran sein. Worum es eigentlich geht, weiß ich auch nicht so genau, aber Privatsphäre klang wichtig und facebook klang böse. Also weiterleiten! Ja, ihr alle! Ich tu’s auch. Gemeinsam gegen …ähm…facebook?!…okay, facebook! Gemeinsam gegen facebook! Wir lassen uns das nicht gefallen, was auch immer „das“ ist.

Statusmeldung: [Post an die Pinnwand des Freundes] Ich hab dich sooooo lieb Schatzi!!! Letzte Nacht war toll! Freu mich auf später! :-*

Übersetzung: Die Ex-Freundin(nen) sind noch mit ihm über facebook befreundet und ich musste kurz mein Revier markieren.

Wenn man anfängt Mäuse zu sehen, geht’s nicht mehr lange gut

Es gibt sie noch, tatsächlich; Menschen ohne facebook Profil, die man nur kennt als „jene, die nicht auf facebook sind“. Wobei hier differenziert werden müsste. Denn es gibt auch facebook-Nutzerinnen und –Nutzer, die zwar kein eigenes facebook-Profil haben, aber dennoch auf/in/bei/ oder-wie-auch-immer-man-es-präpositionieren-will facebook sind. Menschen, die sich zum Beispiel über die Accounts ihrer Lebenspartner einloggen, um dann doch am sozialen Stalkertum zu partizipieren. Apropos, Party! Das hier ist der 100. Blogbeitrag! 100mal abgelenkt! Gratulationen werden gern angenommen!

Aber nun zurück zum Thema… Denn ein solcher, nicht auf facebook-vertretener Freund teilte mir am Montag mit, dass er glaubt, dass Netzwerk mache es eh nicht mehr lange und auf sinkende Schiffe steige er nicht auf.

Ist es möglich? Kann es etwas anderes geben? Irgendwann einmal, in einer fernen, fernen Zeit, vielleicht sogar auf einem anderen Planeten, das facebook ablösen wird? Denn facebook wird ja nicht einfach den Eisberg rammen, unter gehen und alles ist aus. Studivz hat erfolgreicher als Google+ versucht, sich zum Mutterschiff aufzuschwingen, die Lokalisten kann ich in ihrer Nische nicht lokalisieren und auch bei wer-kennt-wen, kenn man mich nicht und ich kenn da niemanden. Und gab’s da nicht auch so ein anonymes Anti-facebook Netzwerk, dessen anonymen Titel ich glatt vergessen hab?? Egal wie es hieß, sie alle versuchten facebook das Wasser zu reichen und verschwanden schnell wieder vom Radar, oder treiben ziellos im Datenozean vor sich hin.

Aber heute habe ich etwas gefunden, dass tatsächlich das Potential hat, richtig große Wellen zu schlagen. Ich bin grad aufgesprungen, auf mein Board bei rebelmouse.com, als early beta user und während die Strömung mich immer tiefer rein zieht, merke ich, wie ich mich wie damals fühle, als ich mein facebook-Profil einrichtete. Hier drüben schreiben wir noch dies rein und da unten noch jenes, und da muss auch noch was hin und hier ein hübsches Bild und an die Wand da, da kommt ein cleverer Spruch für Besucher. Ich hab’s mir erst mal hübsch gemacht und mich schnell zu Hause gefühlt. Das Dekorieren machte Spaß und so verstreute ich meine persönlichen Informationen im virtuellen Raum und freute mich, dass alle meine Freundinnen und Freunde auch einzogen und wir zusammen glücklich in unserem Privatdatenchaos vor uns hin hausen können und so munter vor uns hin treiben.

Doch genau dieses Gefühl, die Euphorie, die beim ersten Klick auf rebelmouse.com/immerabgelenkt, machte mir bewusst, wir sind auf einem Schiff. Und an Board sind Mäuse, Ratten und die nagen am Bug. Denn im Gegensatz zu Google+, Lokalisten und all denen, die da mit ihren Schlauchboten gegen die MS facebook anpaddeln wollten, sind die rebellierenden Mäuse einfach an Board geschlichen. Mitmachen kann man bei rebelmouse.com bisher nämlich nur über die Vernetzung mit dem eigenen Social-Media-Profil.

Nach 99 Blogbeiträgen zu Facebook und digitaler Lebenswelt und einem Roman zu facebook, der in Kürze (!!! Vielleicht schon Ende des Monats) bei Bod.de erhältlich sein wird, nach all den Jahren Facebook-Nutzertum, halte ich – und ich hätt’s NIE geglaubt – die Revolution für möglich. Ich hätte aber nie gedacht, dass sie in Form von Nagetieren daherkommt.

Socialisation und Sozialer Luxus

Social media hier. Social responsibility da. Social Bla und Social Blub. Der Bergiff social wird aktuell inflationär in meiner Umgebung genutzt, dabei ganz schön oft unreflektiert. Aber das Soziale ist auch einfach ganz schön undefiniert! Und so finde ich mich immer öfter dabei wieder, wie ich Diskussionen anstoße, in denen darüber gestritten wird, was social überhaupt ist. Diskussionen, in denen ich mein soziales Netzwerk nicht immer nur um Freunde erweitere. Denn social finden grad alle toll. Social ist voll im Trend. Social ist das neue Schwarz. Social ist, ist…ja, was denn nun?

Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek formulierte, wie ich Wikipedia ganz unkontrolliert zitiere, folgende Definition:

„Wir verdanken den Amerikanern eine große Bereicherung der Sprache durch den bezeichnenden Ausdruck weasel-word. So wie das kleine Raubtier, das auch wir Wiesel nennen, angeblich aus einem Ei allen Inhalt heraussaugen kann, ohne daß man dies nachher der leeren Schale anmerkt, so sind die Wiesel-Wörter jene, die, wenn man sie einem Wort hinzufügt, dieses Wort jedes Inhalts und jeder Bedeutung berauben. Ich glaube, das Wiesel-Wort par excellence ist das Wort sozial. Was es eigentlich heißt, weiß niemand. Wahr ist nur, daß eine soziale Marktwirtschaft keine Marktwirtschaft, ein sozialer Rechtsstaat kein Rechtsstaat, ein soziales Gewissen kein Gewissen, soziale Gerechtigkeit keine Gerechtigkeit – und ich fürchte auch, soziale Demokratie keine Demokratie ist.“

– Friedrich August von Hayek: Wissenschaft und Sozialismus. In: Gesammelte Schriften in deutscher Sprache: Abt. A, Aufsätze; Bd. 7. Mohr Siebeck, 2004, ISBN 3-16-148062-7, S.61f

Ganz recht gebe ich Hayek nicht, ich bin ja nicht Reagan oder Thatcher, für die er als Berater tätig war und denen ein wenig mehr social gut getan hätte. Aber social ist ein schwammiges, ökologisch abbaubares Etwas, aber nachhaltig. Social schreibt sich heut jeder auf sein Biobaumwollfähnchen im Wind, der sich für einen von “den Guten” hält. Ungut ist jedoch, dass die menschliche Psychologie darauf ausgelegt ist, dass wir nach Parametern suchen, die unser subjektives Handeln und Denken als gut kategorisieren, damit wir uns gut füllen. Das gute Gefühl ist psychologisch gesehen ein überlebenswichtiges Gut, denn Selbstzweifel führen zur Selbstzerstörung. Das Böse würde sich denn auch von selbst zersetzen, würde es sich nicht für das Gute halten. Aber lassen wir das mit der Psychologie damit vorerst gut sein, wir wollten ja über das Soziale reden, den Rest der Welt außerhalb unseres Egos.

Social und Vernetzung, das ist so eine Kombo, die gut ankommt. Aber handeln facebook-Nutzerinnen und Nutzer damit automatisch, elektronisch unterstützt sozial? Ja, weil sie durch das Schreiben von facebook-messages keine Briefe und Postkarten mehr schicken und damit Papier sparen, den Regenwald retten und so die Welt? Und schon sind wir vom Ego über das menschliche Umfeld bei der Flora und Fauna. Die ist auch social. Weil wir eine social responsibility für sie haben. Und Unternehmen, die diese Welt durch ihre Tätigkeiten nicht schädigen wollen, wie die Produzenten unserer Biobaumwollfähnchen, sind social entrepreneurs. facebook widerum ist kein social entrepreneur, weil ja schon social network und wegen dem ganzen Privatssphärendisput. Zu social entrepreneurs darf man aber wieder auch nicht  Soziale Unternehmer sagen, weil Sozial wie Sozialismus klingt (, nicht ganz zufällig übrigens,..hemhem..) und damit nicht zu Kapitalismus passt. Nagut, damit wäre schonmal klar, dass social nicht das neue Schwarz ist. Denn Schwarz passt immer noch zu allem.

So oder so, social bleibt unklar.

Crowdtweeting – Folter und fucking fabelhaftes Social Media Marketing zugleich

Ich und das türkise Twitter-Täubchen leben ja bekannter Weise ko-existentiell voreinander hin, genau wie ich und die Tauben auf dem Nachbarbalkon. Solange mir die Viecher nicht nah kommen und mich oder meinen gemieteten Grund mit ihren Exkrementen nicht tangieren oder gar tapezieren, beobachte ich mit piep-egal-Attitüde, wie sie ihre Scherze am gegenüberliegenden Haus treiben. Gleiches gilt für Twitter. Meistens ignoriere ich es, aber ab und an, wenn die Sonne scheint, schaue ich dem Gegurre und Abwerfen verbaler Notdurft doch mal für eine Weile zu.

Selbst mitzwitschern mag ich hingegen gar nicht. Das war mir bisher einfach zu intim, gestehe ich ganz urteilsfrei. Doch JETZT muss ich. Weil ENDLICH (!!!) mal jemand einen Weg gefunden hat, die Technik gut zu nutzen, auch wenn die Intention eigentlich böse ist, weil werbegetrieben. Aber wovon rede ich da eigentlich?

Um das zu erklären, muss ich etwas sehr Intimes von mir zugeben, das ich sonst NIE öffentlich einfach so rausgeschrien hätte. Das Ganze ist echt peinlich. Aber was soll ich nur tun? Entweder die Welt wird es erfahren oder ich erfahre nicht, wie es weitergeht. Mit Eric. Und Bill. Und Sookie. Und Lafayette, dem geheimen Helden der Show. Und all den anderen Elfen, Hexen, Shape-Shiftern, Werwölfen, Werpanthern (ja echt, Werpanther, geil oder?) und Vampiren.

Ja, jetzt ist es raus. Ich gucke eine Vampirserie. Regelmäßig. Jeden Montag, nachdem die neue Folge bei I-Tunes zum Download bereit steht. Und DIESEN (!!!) Sonntag wird in den USA die letzte Folge der aktuellen Staffel ausgestrahlt und schon jetzt, so sagte mir facebook gerade, kann ich mir eine Sneak-Peak ansehen. Ein winziges, vermutlich nichtssagendes, Hunger schürendes Häppchen.

Kurz nachdem das Angebot aufgeleuchtet ist, glühte in meinem Vampirserienguckenden Herzen die Hoffnung auf, zu erfahren, ob Russel Edgington die Elfen alle aussagen wird, ob Eric Sookie doch rettet, ob Bill seinen Verstand und sein Weicheigetue wiederfindet, ob jemand Jason Stackhouse eines seiner entzückenden Haare krümmen wird…und und und. Denn True Blood, so heißt das cinegraphische Serienformat, das mich auf den Vampirtrip brachte, ist vor allem eins (nein, keine alberne, Vampirkinderkacke!): True Cliffhanger! Es ist völlig egal mit was für einem bekloppten Schwachsinn – Werpanther?! Mal echt jetzt. Wehr.Panther. Wer denkt sich denn bitte sowas aus und in welchem Zustand??? Wehrpanther… – die Autoren der Serie während der gut 40Minuten daherkommen, am Ende einer jeden Episode sitze ich mit aufgerissenen Augen vorm Abspann und will unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Um aber nun vorab schon zu erfahren, was denn nun passieren wird, wie es denn weiter geht, ob doch alles gut wird, oder die Welt untergeht und die Serie damit ausläuft, wie das Blut aus all den Statisten, die in den letzten Episoden Vampirfutter spielen durften, soll ich twittern. Für den tweet, für die Verbreitung des televisionären Amphetamins in Cliffhangerform, bekomme ich vielleicht eine kleine Probe, einen Ausschnitt, eine Sneak Peak auf’s Finale. Aber nicht einfach so, sondern erst, wenn 100.000 Leute den gewünschten Werbetweet zur Serie verbreitet haben. Crowdtweeting quasi. Das Marketing ist so genial und boshaft, wie die Serie selbst.

Ich ziehe meinen Hut, vor den True Blood Social Media-Strategen …und hoffe, dass die Täubchen drüben auf dem anderen Balkon bleiben, bis der Hut wieder sitzt.

’O Sohle Mio


Angeblich glotzen wir uns alle ständig selbst auf die Nase, selbst auf die Kleinste. Weil das Gehirn aber cleverer ist, als die Evolution, die den Rüssel mitten in unserem Gesicht, direkt vor den Augen platziert hat, blendet es das Riechorgan variabler Proportion einfach aus. Dennoch ist die Nase da und trieft munter vor sich hin. Ähnlich fühlt sich meine Verbindung zum Internet nach meinem Urlaub noch an.

Die digitale Welt ist da, direkt vor meinen Augen und läuft. Und keimartig, viral gehen von ihr Botschaften aus, die es in meinem Näschen jucken lassen. Ein Jucken, das sich ausbreitet, von den Schleimhäuten in die Finger und damit über die Tastatur weiterpolymerisierend ins Netz. Vielleicht hilft ja Warmanziehen gegen den rhinoviralen Realisierungsprozess dieser Digitalität, was bekanntlich bei den Füßen anfängt. Zu diesem Zwecke verschenken die Betreiber von www.ilovesneaker.de schnieke Fußwärmer an Bloggerinnen und Blogger, vorausgesetzt man bloggt drüber. Und schon sind wir wieder beim Polymerisieren, oder doch bei der guten alten Bestechung? Bei einer Anstiftung zur Werbung?

Tatsächlich fühle ich mich angesteckt, nicht nur weil ich extrem anfällig bin für neue Schuhe, sondern auch weil ich dadurch die Social-Media-Marketing-Message-Mitose neu überdenke. Den Prozess „Teilen als Grundlage für Wachstum“, kannte ich bisher nur aus dem Biounterricht, aber die www.ilovesneaker.de– Kampagne lässt mich das nun einen Schritt weiter denken. Vielleicht ist die Technik ja nicht nur die Extension des Menschen, sondern auch des viel größeren ‚natürlichen‘ Raums. Und statt um die Sonne, dreht sich diese Welt um schöne Schuhe. Vielleicht fieberphantasiere ich aber auch schon. Wie gesagt, ich bin anfällig für schöne Schuhe.