Und dann auch noch Regen

Meine Mutter ist tot. Jetzt seid 3 Jahren und 3 Tagen. Und das ist tatsächlich immernoch genauso beschissen, wie am Morgen an dem mein Vater anrief und mir sagte, sie sei gegangen. Auch 1098 Tage später gibt es noch Songs, die ich nicht hören kann. Ich habe schon Fluchtartigen den Supernarkt verlassen, wenn eins der Lieblingslieder meiner Mama durch die Ladenlautsprecher erklang. Eigentlich könnte ich jeden Tag, an dem ich mir die Zeit nehme an sie zu denken und wie es wäre, wenn sie noch da wäre, losheulen. Doch um ihren Todestag ist es besonders düster. Selbst das Wetter scheint auf Trauer und Wut umgeschaltet zu haben. Irgendwie süß, aber auch voll kacke.

Die Lösung: mehr machen, mehr in die Zeit quetschen, in der ich traurig sein könnte. Verdrängung hat nicht den besten Ruf, funktioniert aber ganz gut, stelle ich immer wieder fest. Und so arbeite ich nun wieder vier Tage pro Woche an der Uni, in wenigen Wochen erscheint ein neues Buch(, das ich zusammen mit meiner Mama Meeting Komplizin Sarah geschrieben habe) und auch darüber hinaus wächst meine berufliche und private To-Do-Liste gerade auf Romanlänge.

Und dann frage ich mich doch wieder: Was hatte meine Mutter von all dem gehalten? Vom Rumheulen hielt sie nicht viel. Also lieber weitermachen. Auch hier auf immerabgelenkt bald wieder häufiger. Ein schönes Wochenende euch allen! Vergesst die Gummistiefel nicht!

2 Gedanken zu “Und dann auch noch Regen

  1. Also ich litt ähnlich, als meine Schwester verstarb. Nach zwei Jahren träumte ich von ihr und sie drückte im Traum an ihr Herz ♥ . Ihr Kleid, das sie trug, war genau so rot wie ihr Herz. Nach dieser Traumnacht ging es mir deutlich besser.. Vielleicht stellt sich bei dir eines Tages auch solch ein Trost spendenden Traum ein. 🙏

    • vielen Dank und mein herzlichstes Beileid. Der Tod ist einfach ein Arschloch. Tatsächlich finde ich die Träume im Moment aber eher grausam. Denn dann wache ich auf und mir fällt wieder ein, dass sie ja tot ist, dabei wirkte sie im Traum gerade noch so real. Vor einer Weile träumte ich sie lebe und hätte ihren Tod nur vorgetäuscht (sie starb an Krebs…schwer vorzutäuschen) und den halben morgen phantasierte ich, ob es möglich sei, so einen Tod zu inszenieren. Vielen lieben Dank für Deine Worte. Das gibt mir Hoffnung, dass die Träume vielleicht eines Tages zu etwas Gutem werden.

Schreibe eine Antwort zu flotterblogger Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s