Warum man Babys Logos statt Namen geben sollte

Eine Welle von Emmas überflutet die Welt, behauptet eine Babynamen-Beliebtheitsskala. Ich bin mir nicht sicher, ob man eine Beliebtheitsskala als Statistik werten kann und sollte, aber alle anderen machen das auch. Es ist also, wenn auch falsch und dumm, so doch zumindest üblich und damit auf einem Level mit Textnachrichten nach ein Uhr nachts. Und auch subjektiv sind Emmas überall. Probiert es aus. Geht auf einen Spielplatz und ruft Emma und mindestens die Hälfte der Mütter wird sich umdrehen und nur wenige der Kinder, weil Kinder nicht auf ihren Namen hören, wenn sie gerade die Hände im Matsch haben oder dem kleinen Leon die Schippe in die Rippen rammen.

 

Während das Wunder des neuen Lebens mit Jubel und Begeisterung willkommen wird, brechen um Babybenennungen Dramen aus. Das geht so weit, dass über angekündigte Neuerdenbürger völlig ohne Namen gesprochen wird, bis zum ersten Tritt außerhalb des Uterus. Das ist nicht nur in meinem Freundeskreis so. Allgemein gibt es die Übereinkunft, dass das Verraten des Babynamens vor der Geburt Pech bringt. Ein Brauch, der vermutlich noch aus dem Mittelalter kommt, als Hexen Ungeborene Prinzessinnen und Prinzen verhext haben. Der Fluch funktioniert natürlich überhaupt nicht ohne den Vornamen, weil Dämonen und Teufel mit Adressen, Nachnamen und Familienzuweisungen nichts auffangen können… . Wenn es um Aberglauben geht, halte ich fest am Glauben, dass es Unglück bringt Montags das Bett zu verlassen. Und die These kann ich sogar beweisen!

 

Wie ich nun lernen musste gibt es auch zeitgenössischere Gründe, warum ein Babyname bis zum letzten geheim gehalten wird: Urheberechtsansprüche. Offensichtlich sind Babynamen Einweg-Produkte, wie Kondome und es wird als unhygienisch angesehen, einen pro Freundeskreis mehr als einmal zu verwenden. Beanspruchen kann man einen Namen aber nur, wenn man eineN lebenden Namensträger oder eine Namensträgerin vorweisen kann. Reservieren geht offenbar nicht. Es ist mehr so First Come First Buy und auch wenn man den Namen zuerst entdeckt hat, kann er einem doch noch kurz vor der Kasse weggeschnappt werden.

 

Es ist ein verrücktes Spiel. Ich erwarte ich nächster Zeit kein Kind, aber ich bin ehrgeizig, sehr ehrgeizig! Und habe ich folgenden Plan: Ich werde mir zwei Hamster kaufen, einen männlichen und einen weiblichen und diesen Hamstern die Lieblinsbabynamen meiner Freunde geben. Hamster können durchschnittliche alle drei Monate sechs bis zwölf Babys zu Welt bringen, das macht zwei hoch zehn mal drei Monate mal 10 hoch 10 mal…. Rechnet nach, aber innerhalb von 2-3 Jahren sollte ich die Top-100 der Babynamen damit gesaved haben. Da wir hier von exponentiellen Hamsterwachstum sprechen, habe ich damit genug Zeit mir noch mindestens eine Dekade zu überlegen, ob ich überhaupt Kinder will. Aber darum geht’s ja nicht. Es geht um’s Gewinnen! Und damit gewinne ich absolut. Hamster, bringt mir meine Siegestrophäe!

 

 

3 Gedanken zu “Warum man Babys Logos statt Namen geben sollte

  1. Mit dem letzten Absatz gibt es einen weiteren Grund, diesem Blog zu folgen. Regelmäßige Wasserstände zum Hamsterunterfangen würde die Menschheit garantiert interessieren…behaupte ich jetzt einfach mal.

  2. 🙂 Sehr gut! Ich finde diesen Umgang mit den Namen auch immer sehr eigenartig. Selbst in meiner Verwandtschaft wurde der Name vorher nicht genannt. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass es daran liegt das man Angst hat der Name könnte den anderen missfallen und so bleibt er lieber geheim.. Im Grunde klingen auch die Namen der Kinder zunächst ungewöhnlich 😀

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