Es hört hier noch nicht auf

„Europa steht auf, Jauch bleibt sitzen“ ist der Titel von Nils Minkmars ganz fabelhafter Beobachtung zum aktuellen deutschen Fernsehprogramm. Man kam gestern auf keinem digitalen Kanal vorbei an den Bildern aus Paris. Auf jeder Nachrichtenseite, im Facebook-Stream und selbstverständlich bei Twitter waren wir alle zumindest in unseren heimischen Wohn- und Schlafzimmern nicht nur mit unseren Herzen und Gedanken beim Trauermarsch, sondern auch mit Posts, Tweets und Klicks. Man kann darüber streiten, wie effektiv ein „Gefällt mir“ für den Frieden ist. Die meisten Diskussionen über Effektivität sind aber sowieso ineffizient.

Ich hoffe dieser Tage, dass die digitalen Je suis Charlie Bekundungen stärker sind, als wir es für möglich halten. Ich hoffe, dass sie sich als Auf-die-Straße-Geh-Version im Netz weiter etablieren. Denn es ist nötig, sonst überlassen wir diese Welt den Deppen. Und die finden sich überall. So postete just unter dem Beitrag von Minkmar, so ein Vollpfosten: „Guckt mal, wie viele französische Fahnen da in Paris hochgehalten werden, wenn man das hier in Deutschland machen würde, dann …flennflennflennflennflenn… .“ HABT IHR SIE NOCH ALLE??? Erstens klebt seit dem deutschen Fussball-WM-Sieg immer noch überall schwarz-rot-goldener Müll an den Balkonen und zweitens: HABT IHR SIE NOCH ALLE???

Heute wird vielerorts wieder öffentlich gegen Idioten demonstriert, in Sturm und Regen. Bitte lasst nicht zu, dass es die, die ihr von den Straßen verdrängt, im Internet einen warmen Rückzugsort finden.

5 Gedanken zu “Es hört hier noch nicht auf

  1. Ich habe keine Ahnung, wie sinnvoll es ist, gegen Menschen auf die Straße zu gehen, die gegen Menschen auf die Straße gehen, die wegen Menschen auf der Straße stehen.

    Allerdings, so viel ist gewiss, hat jedes Popeln in der Nase einen höheren gesellschaftskritischen bzw. -gestalterischen Nährwert als das Klicken von „Gefällt mir“.
    Eine Diskussion hierüber wäre mehr als nur ineffektiv; ich debattiere ja auch nich ernstlich darüber, ob der Mond wirklich aus Käse besteht.

    Idioten können und dürfen jederzeit und überall ihre Meinung äußern.
    Wenn sie das irgendwann nich mehr dürfen, sind die satirischen Pariser völlig umsonst krepiert …. die ihrerseits, wie alle Satiriker, die ihren Job mit Hingabe erledigen, frötzelnde Idioten waren ohne Sinn für Anstand oder moralische Grundsätze.
    Freiheit gibbet nur ganz oder eben gar nich. Wird Zeit, sich für eine Seite zu entscheiden.

    • ich glaube, was du meinst ist nicht ineffektiv, sondern inkonsequent und ich halte daran fest, dass ein „Gefällt mir“ eine nicht völlig gedankenfreie Tat ist. Manchmal sind die Gründe dafür vielleicht die falschen, aber Menschen tun das meiste, was sie tun aus den falschen Gründen.

      Für welche Seite, entscheidest du dich dann also, wenn du es nun schon ankündigst?

  2. Eigentlich meine ich ineffizient … aber hey, mein Kopf …… ein Wunder, daß ich überhaupt tippen kann.
    Nicht, daß ich an dieser Stelle Mitleid erregen wollte oder so.
    Ich … komm schon klar.
    Bin …. tapfer.


    Ich würde mich gerne für eine Option entscheiden, die keine Idioten vertreibt, sondern Idiotie; die keine Personen von der Straße verdrängt, sondern Gründe, die zum Protest nötigen … eine Option, die sich nicht gegen PEGIDA als Organisation richtet, sondern gegen den Antrieb, der dazu führt, solche Organisationen ins Leben zu rufen.
    Wer gegen PEGIDA aufbegehrt, macht im Grunde nix ander(e)s als PEGIDA: Sündenbocktrampelei. Böse Ausländer hier, böse Nazis da, böse Außenseiter ohne jedweden politischen Einfluß, NIEDER MIT EUCH!
    Im Prinzip sollte PEGIDA mit den Gegendemonstranten gemeinsam vorm Bundestag stehen, um zu fordern, daß ……..
    ……
    ja, was eigentlich? Freiheit? Weder PEGIDA noch die Gegendemonstranten wollen Freiheit. Beide Gruppen stehen für die Einschränkung von Freiheit ein, nur eben in unterschiedlichem Kontext.
    Ok, Sub-Freiheiten. Redefreiheit. Solange man Sachen sagen darf, die in der Regel vor Aussagen getroffen werden wie „Das wird man in Deutschland ja wohl noch sagen dürfen“, ist diese nicht ernstlich gefährdert. Die Charlie-Typen bringen auch in ihrer nächsten Ausgabe wieder Mohammed-Karikaturen. Wenn man bedenkt, dasses „Freiheit“ an sich in einem rechtsstaatlichen System nicht geben kann, gehts ihr eigentlich ganz gut, der Freiheit.

    Was also fordern? Weniger Mörder af Erden? Fürchte, da hilft weder die Demo noch der Like-Button viel weiter.
    Schärfere Gesetze? Gegen wen? Mehr als abknallen kann man auch Terroristen nich.
    Stärkere Überwachung? Könnte helfen, aber nur in einem Maße, das nicht nur Freiheit sondern auch Rechtsstaatlichkeit unmöglich macht. Und selbst dann ist absolute Sicherheit nicht herstellbar, ebensowenig wie absolute Freiheit.

    Weiter machen wie bisher?
    Wohl kaum eine praktikable Option. Status Quo is ne Band, aber kein Zustand, jedenfalls nich auf Dauer. 🙂

    Für welche Seite entscheide ich mich …..
    für die Freiheit, also eine populäre Illusion … oder für den totalitären Gottesstaat, also eine unpopuläre Illusion …… hm ……. och ……..
    ich wähle den Rechtsstaat, in dem es gesetzlich geregelte Privilegien gibt für jeden Bürger, die an vernünftige Bedingungen geknüpft sind. (Un-)Gerechtigkeit ist ein Grund, auf die Straße zu gehen! Angst, Wut, „Freiheit“, das Setzen sogenannter „Zeichen“, Solidarität mit Leuten zeigen, die man erst kennt, seit sie tot sind … alles grober Unfug. Hilft niemandem, außer denen, die da stehen und sich selbst abfeiern, sich besonders fühlen.
    Wie viele waren auf der lezten Demo für die ordentliche Behandlung von Hebammen in unserer von „Freiheits“-Mumpitz zugeschissenen Gesellschaft? Am 17 Dezember war eine. In Berlin. Über 3400 wurden geladen, gekommen sind … vielleicht 300? Großzügig geschätzt.
    Spielt ja auch keine Rolle, geht ja nur um Gerechtigkeit, um das Gestalten wirklich relevanter Fragen unseres Zusammenlebens.
    ISLAMISIERUNG DES ABENDLANDES! FREIHEIT! CHARLIE SE PUFF!!!!
    Solidarität mit kaputten Mordopfern, immer gerne, aber nie mit lebenden Lebenshelfern. Sowas widert mich an.

    Meine eigene Alte, Sexy hab sie selig, hat nach der letzten Neujahrsansprache von Merkels Angela zu mir MITTEN INS DUMMDREISTE ANTLITZ HINEIN gesagt: „Die Rede war gut! Sie hat die toten Neger erwähnt wegen Malaria und Solidarität gezeigt und PEDIGA verurteilt ….“

    könnt ich kotzen von morgens bis abends …
    hätte ja auch was gegen das Negersterben da unten TUN KÖNNEN, die vertrocknete Regentinnenmuschi … wir hamm von Staatswegen weniger qualifizierte Helfer da runter geschickt als das VERSCHISSENE KUBA! ABER EIN HALBES JAHR SPÄTER, WENN ALLE ABGEKRATZT SIND, DEN CHRISTLICHEN JAMMERENGEL SPIELEN!
    UND! DIE! LEUTE! ERKENNEN! IHR! SOWAS! ALS! LEISTUNG! AN!

    AGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGIAGGI

    FREIHEIT IS EIN DÄMLICHES ARSCHLOCH!
    GENAU WIE MOHAMMED! HOENEß! BOHLEN! MERKEL!

    HÖRT GEFÄLLISGT DAMIT AUF, ARSCHLÖCHER ZU GLORIFIZIEREN!
    DIE ARSCHLÖCHER SIND NICHT RELEVANT!

    Oder, um einen uralten Hollywood-Schinken zu zitieren:
    „Du spielst ihr Spiel! Spiele DEIN Spiel. Löse das Problem!“
    A. Friend

    Ich hasse glutenfreies Mehl. Man kann mit meinen bisherigen Erzeugnissen wirklich ALLES machen, Ball spielen, Fenster einwerfen, Katzen erschrecken …. nur eßbar war bisher keines davon.
    So langsam aber sicher wird die Sache ziemlich teuer.

    • ich ertappe mich selbst dabei, wie ich meine Gedanken mit der Begründung „politisch unkorrekt“ immer wieder redigiere und letztlich lösche. Du sprichst vieles an über das nachzudenken nicht leicht ist und zu reden oder schreiben noch schwieriger, weil man in Erklärungsnot gerät. Erklärungsnot, die aber nichts mit den Sachverhalten zu tun hat, über die man reden und streiten will, sondern dem eigenen Standpunkt. Darum danke für die Überleitung zum Mehl. Das ist Scheiße, total. Mit den ersten Kekse hätte ich Scheiben einschlagen können. Welches hast du denn genau genommen? Ein höher Reis- oder Kartoffelmehl-Anteil macht es meist etwas einfacher. Wenn der Tag eine Mousse-au-chocolate-Konsistenz hat, sollte er sich ganz gut ausbacken lassen. 🙂

  3. Lies dir ma die Kommentare unter dem Video durch … dem „Hart aber fair“-Extra zum Thema Charlie.
    Meinungsfreiheit geht in viele Richtungen.
    Political Correctness geht nur in eine.
    Meinungsfreiheit verhetzt und spaltet. Political Correctness verdummt und legt lahm.
    Im Grundgesetz heißt es: „Zensur findet nicht statt.“
    Faktisch falsch, aber auch inhaltlich weit von dem entfernt, wie man sich eine heile Welt so vorstellt … das hat mir das Internet längst bewiesen.

    Frach mich nu blos nich nach dem Königsweg; ich beobachte nur.

    Hab mich an die Anweisungen im Buch gehalten: zwei Teile Reismehl, ein Teil Kartoffelmehl, ein halber Teil Meismehl … und das Drecks-Buchweizenmehl, ja, warum kost das eigentlich so viel? Weil es ewig dauert, bis aus Büchern Weizen wächst? Meine ältesten Bücher sind über 30 Jahre alt und da kam bislang nich ma’n Grashalm raus oder so. Vielleicht sollte ich kein Buchweizenmehl mehr verwenden, das aus Dramen gewachsen ist. Komödienmehl ist sicherlich besser drauf und zickt weniger rum … aber aus welchem Buch der Weizen stammt, steht auf der blöden Verpackung nich drauf! Ein Irrsinn. IRRSINN!

    Jedenfalls zerlaufen die Dinger im Ofen erst und werden dann steinhart. Das Ablegen der Kleidung während des Backvorganges hat sich nicht als nützlich erwiesen. Ich versuche es weiter.

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