Experimentelle Heilungsversuchungen im Selbstversuch

Ich bin mal wieder krank, nicht als psychischer Dauerzustand, sondern akut, physisch, im Körper. Aua-Krank. Und aktuell ist der Hals der Mainfloor der viral-bakteriellen Infektionsparty. Heiter toben sich die Erreger dort aus und tanzen unter meiner Uvula, als wär’s ne Discokugel. Und was mach ich? Ich kippe fassweise Tee mit Honig runter und erforsche dabei die Super- und Biomarktbandbreite des Bienenraubgutes. Wenn diese Erkältung irgendwann überstanden ist, kann ich mir Honig-Sommelier in die Vita schreiben, so gut kenne ich mich inzwischen aus mit dem süßen Klebesaft, den ich im normalen Alltag nicht anrühre. Vielleicht ist es aber auch meine Aversion im Gesundheitszustand, die mich den Honig besonders genau untersuchen und erschmecken lässt. Ja, das klingt doch schon nach Expertise, oder?

Und wirklich, die Vielfalt von Honig steht der von Whiskey, Rum oder Wein in nichts nach. Aktuell verkoste ich Italienischen Kastanienblütenhonig. Während die Nase hier ganz eindeutig an Kastanien erinnern, die ja so wunderbar zur Jahreszeit passen, also eigentlich eine perfekte Wahl, könnte man denn meinen, entfaltet dieses Wabenprodukt im Geschmack eine starke Torfigkeit und Nuancen, die an Rauch erinnern. Also entweder hat der Imker bei der Arbeit gepafft, oder die Bienen haben sich öfter mal ein Raucherpäuschen gegönnt. Zur Halsschmerzheilung passt das Zeug aber auf keinen Fall. Igitt. Ganz böse.

Was mir auch auffiel, als ich denn gestern vor dem Regal im Rewe umme Ecke stand, war die Verpackungs- und Farb- und Konsistenzvielfalt. Honig ist eine mir bisher völlig verschlossen gewesene Subkultur!

Und in einen Tasmanischen Scheinulmenhonig hab ich mich sogar ein bisschen verliebt. Vielleicht wirkt Scheinulme aber auch irgendwie berauschend, der Name verspricht es zumindest. Und das psychedelisch gestaltete Metalldöschen, in dem dieser Bienensirup daherkommt, verstärkt den Eindruck eher noch. Der Preis lässt auch eher auf Droge schließen… Aber er ist es wert! Die Konsistenz ist…oh pardon..war, denn ich hab ihn schon fast leergelöffelt, dieses süßen Klebstoffs war fest, Farbe trüb und der Geschmack war extrem süß, selbst in kleinen Mengen (was mich dennoch nicht davon abgehalten hat, ihn an einem morgen aufzulöffeln), sehr leicht und floral, und dennoch gehen die einzelnen Noten nicht im Tee unter, wie das bei Mainstreamhonigen der Fall ist, die in diesen Plastiktubenstehdrückdingsdumsbehältern kommen. Ein bisschen ist es so, als würde man an Dschungelblümchen lecken. Was eigentlich keine wirklich appetitliche Vorstellung ist, aber eben so schmeckt’s und es ist grandios!

Geholfen hat bisher nur leider noch kein einziges meiner Degustationserlebnisse. Mein Hals ist geschwollen und mein Kopf brummt wie’n Bienenstock. Und gleich muss ich raus, um neuen Honig zu kaufen…

20 Gedanken zu “Experimentelle Heilungsversuchungen im Selbstversuch

  1. Ich wollte dir gerade meine beiden Lieblingshonigsorten schreiben, als Google mich darüber belehrte, dass einer von beiden wohl nicht den EU Richtlinien entspricht?! Egal, ich fand den immer lecker, also:
    Akazienblütenhonig (harmlos und lecker) & Kanadischer Kleehonig (gefährlich (?) aber dennoch lecker!).
    Gute Besserung wünsche ich dir!

  2. Im Übrigen empfehle ich MEIN Wundermittel: Nudeln mit einer höllenscharfen Tomatensoße mit so viel frischen Chillischoten, wie geht. Dir müssen die Nase laufen und die Augen tränen beim Essen. Dazu Wasser mit viel frischgepressten Zitronen. Klappt immer!

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