Nichts sagen hilft… irgendwie auch nicht

„Wie erfahren denn jetzt eigentlich Leute von dem super Buch?“ wurde ich heute gefragt. Gute Frage. Schwere Frage. Meine Problem ist, dass ich meinen Glauben an die Werbung verlor, bevor ich den Glauben an die Menschheit verlor. Also irgendwann vor gestern.

Als Kind des Internets wählte ich für die Veröffentlichung meines inzwischen in Amazon-Kritiken umstrittenen Werkes vollautomatisch den schnellsten, anti-autoritärsten und selbstredend digital verfügbaren Weg: Selber Machen aka Self Publishing aka Book on Demand.

Als eine von den Guten, also von denen die ihr Fahrrad vor dem Biomarkt parkt, um ihr mitgebrachtes Jutebeutelchen für möglichst viel Geld mit möglichst wenig künstlichkulinarischen Zusatzstoffen zu fühlen, hätt ich’s am liebsten ganz digital gemacht. ABER, ich mag Bücher. Ich fass sie gerne an, blättere in ihnen rum, knicke Seiten um, stappele sie und sortiert sie nach AutorInnennamen, Titel, Farben und Größen. Bei Book on Demand wird immerhin nur so viel gedruckt, wie angefordert. Da sterben schon mal ein paar Bäumchen weniger.

Darum liegen aber auch keine Baumleichen in irgendwelchen Buchhandlungen rum. Dafür besteht aber das Risiko, dass keiner den Baum, aka meine Facebook-Satire mit den blauen Herzchen auf dem Cover, umfallen hört. Das wirft mich in eine kleine existenzialistische Krise. Könnte ich, so würde ich jetzt gern Satre antweeten. Denn ich komm nicht weiter. Wenn ein Buch nämlich erst mal kein Buch ist, weil noch nicht gedruckt und nicht in Buchhandlungen im Regal ist, aber dann doch ein fertiges Buch ist, ist es dann noch Essenz oder schon Existenz?

Für‘s Werben ist das egal. Werbung ignoriert den Existenzialismus einfach und sagt dass alles super ist, selbst wenn’s gar nicht da ist. Und schon kaufe ich KEINE Zusatzstoffe, gebe Geld aus, für etwas, das etwas nicht ist. Ein Buch ohne gedruckte Auflage ist dann doch auch nicht viel anders. Ein facebook-Kommentator meinte neulich zu mir „selbstverlegt ist kein Buch weil kein Verlag“. Aber ein Kommentar ohne Grammatik ist doch auch ein Kommentar, oder?

Ich würde Satre gern zutweeten, dass das Nichts ein Sein sein kann, wenn es nur die richtige Marketingstrategie hat.

Aber sie hat schon Recht, die Freundin, die mich fragte „Wie erfahren denn jetzt die Leute von dem super Buch?“. Jetzt gerade, ganz ehrlich, weiß ich’s nicht.

24 Gedanken zu “Nichts sagen hilft… irgendwie auch nicht

  1. Vielleicht so: Twitteraccount, Facebook Seite zum Buch, bei Fb auf anderen Seiten mit dem Seiten Account kommentieren beispielsweise zu aktuellen Themen, dann wird bestimmt der ein oder andere neugierig und schaut nach, was das denn für eine Seite ist, die da kommentiert. Das gleiche auch bei Twitter. Einige Exemplare drucken lassen, und vielleicht eine Bogverlosung dazu machen? Kennst Du Bookcrossing? Vielleicht ein gedrucktes Exemplar dort als Ringbuch anbieten? Dort wird das Buch zwar an Leser weitergereicht, aber vielleicht auch nachgekauft, weil es auch ein schönes Geschenk ist.

    Bei den FB Seiten auf denen man kommentieren kann, würden mir neben aktuellen Seiten auch Buchseiten oder Seiten, die sich mit Weihnachten beschäftigen auswählen, denn das Buch könnte doch auch ein Weihnachtsgeschenk sein.

    Sowohl bei Fb als auch Twitter die Tage und Zeiten beachten! Montags+Mittwochs+Sonntagsabends sind „hoch-Zeiten“ der social Media, so erreichts Du die meisten Leute.
    Ich persönlich habe festgestellt:Bilder verteilen sich schneller und werden häufiger angeklickt/regsitriert als lange Texte. Also Buchwerbung unbedingt mit Photos!

  2. PS: Bookcrossing. Die haben auch immer sowohl große als auch kleine Treffen, wie wäre es da für Dich als Autorin denen eine Lesung anzubieten? Wenn Du mehr dazu wissen willst, melde Dich per Email (steht in meinem Impressum). Viel erfolg!

  3. oh wow. das ja ne ganze Marketingstrategie. Dankeschön. Bookcrossing finde ich super spannend. Über Twitter zwitscher ich schon eifrig..aber bleibe skeptisch, was das bringt. Facebook erlaubt mir leider nicht eine Fanseite anzulegen, weil im Titel der Fanseite nicht „facebook“ stehen darf. ich hab jetzt ne Gruppe angelegt.

    Mein größtes Problem ist aber leider, leider, leider und das ist eigentlich dämlich, dass da in der Ecke ein Eimer mit Eigenlob steht und stinkt und jedesmal wenn ich schreibe oder sage „Super Buch“….dann weht es rüber.

  4. Hmm .. jetzt mal von der gedruckten Version weg. Warum gehst Du den zusätzlichen Weg der Selbstveröffentlichung zusätzlich als ebook nicht auch? Fahr doch zweigleisig.Und viel Werbung auf Facebook hilft bestimmt auch ein bisschen. Ich denke, anders wird es kaum gehen.
    Den Kommentar selbstverlegt ist kein Buch, find ich traurig. Buch ist Buch .. für mich sogar egal ob gedruckt oder elektronisch. Es geht doch um den Inhalt, nicht darum, welcher Verlagsname auf dem Cover steht. Komische Welt *kopfschüttel*

    Ich denke, junge Autoren haben es heute sowieso sehr schwer. Durch die ganzen Möglichkeiten sein Buch selbst zu veröffentlichen, wie BOD, AAVAA, Neobooks, Amazon etc, gibt es eine riesige Schwemme neuer Autoren. Viele sind wahre Schätze. Aber glaub mir, ich hab schon ein paar Sachen gelesen, da hab ich nach 20-50 Seiten den Autor angeschrieben und gesagt: das geht so gar nicht. Schlecht durchdachte Geschichten, Rechtschreibfehler in solchen Massen, dass das Lesen unmöglich wurde, und und und.

    Deshalb greifen viele lieber zu den großen Verlagen. Da erlebt man so etwas eigentlich nie .. gut, das mit schlecht durchdacht mag auch dort mal vorkommen. Naja, und weil diese Bücher überall rumliegen. Also gibts für Dich nur eins: Werbung, Werbung, W’erbung. Am besten mit vielen Bloggern, die ebenfalls werben. Gewinnspiele etc.. das ist das, was ich bei anderen jungen Autoren sehe und die damit oft großen Erfolg haben!

    Ich drück Dir die Daumen. Wäre doch schade um diesen wirklich tollen Humor!

    • Danke für die Aufheiterung und die ebenfalls guten Tipps!

      Irgendwie werd ich ganz ungewohnt schüchtern, wenn’s darum geht mein eigenes Werk zu bewerben….aber über den Schatten muss ich wohl mal springen. So langsam. Bald. Besser gleich.

    • … hmmm.. ich mag … ich finde es sollte mehr … geben in der Welt. mit … wäre alles besser, schöner, offener für interpretationen, … versteht sich von selbst, … ist schön

      … jaaa, das könnte gehen. vielen … dank!!! und …, du weißt ja …. 🙂

  5. pressearbeit heißt das stichwort. musst nur eine (wenn möglich größere) redaktion (möglichst online) finden, die was dazu schreibt und dich verlinkt. dann könnte es was werden. nicht aufgeben!

    • Pressearbeit ist aber wenn ich der Presse sage, dass das Buch von Frau K. total super ist… wenn ich sage, dass mein Buch super ist, dann ist das Werbung… und die müffelt derb nach Eigenlob… und das hemmt mich ganz schön.

      aber ich da führt wohl kein Weg dran vorbei, also Deo gegen das Eigenlob besorgen, Ärmel hochkrempeln und Redaktionen anschreiben….ojeojeojeoje…es fängt schon wieder an zu stinken..

  6. Hallo Juliane, das stimmt nicht ganz. Du kannst bei bod auch Promotion buchen, kostet nur etwas. Gehst Du zum Goethe Verlag, dann kaufst Du erst das Buch für 5000 und es liegt trotzdem und der Ecke. Wenn dein Buch gut ist, dann wird es von bod verkauft, oder. Herzliche Grüße Christoph

    Von meinem iPhone gesendet

    • „wenn dein Buch gut ist“… kann ICH, als DIE, die es geschrieben hat, das denn objektiv bewerten?

      Natürlich find ich mein Buch spitze, grandios, witzig, charmant! Ich hab mein ganzes Herz und Hirn reingeschmissen und bin überglücklich, dass es das diese Art Buch, von der ich immer fand, dass es sie geben sollte, nun gibt.

      Aber vielen, vielen Dank für alle die Ratschläge!! Ich freue mich wirklich über jeden und plane eifrig. 🙂

  7. Also bei mir klappt das ganz gut, dass die Leute davon erfahren. So ganz ohne Promo-Budget und so. Ist gar nicht so schwierig, wenn man ein paar logische Überlegungen anstellt. Das Problem ist eher – wie bringe ich die Leute, nachdem sie davon erfahren haben – dazu mein Existentialisten-Buch auch zu kaufen…?;-)

      • Absolut, steht irgendwo in meinem Buch, verdammt;-) Na alle Tricks, die man sich mühsam selbst beigebracht hat, sollte man ja nun nicht verraten. Aber ich gebe dir gerne einen Tipp wie du viele Leute auf deinen Blog ziehen kannst. Schau dir mal an was meine jüngsten Blog-Einträge zum Inhalt hatten Damit meine ich nun nicht diejenigen, die „literarischen“ Inhalt oder sonstiges Eigengedöns hatten. Da müsste dir an sich was auffallen…in der Mediensprache nennen das manche „Talk of Town“, macht jede Redaktion morgens. Du musst herausfinden über was die Leute HEUTE sprechen und dann – was genau dazu schreiben. Nicht ganz einfach und ich mach es auch nur, wenn mir was ins Auge springt. Verkrampfen nur um auf Zwang was aktuelles zu posten fällt natürlich aus. Oftmals gibt die Realität aber tatsächlich genügen Hilfestellungen, denn nichts ist so bitter wie das Leben. Also bediene dich direkt dort, bei dem was die Menschen interessiert. Und wenn dir das zu flach ist – finde deinen Dreh. Mich selbst hat zB dieser blöde Weltraumsprung vor einigen Tagen null interessiert. Aber als ich merkte, dass man da ja so gar nicht dran vorbeikommt, hat mich das total genervt, das sich versucht habe zu artikulieren warum mich diese Aufmerksamkeit für diesen ollen Hüpfer so nervt. Und was aus meiner Sicht da schief läuft. Ist kein Glanzstück geworden, aber meine ehrliche Meinung. Und ging weg wie warme Semmeln, sozusagen.

      • Danke für diese wunderbare Ausführung, ich nehm’s mir zu Herzchen…aber BLOGbesucher hab ich eigentlich so einige…die Bude ist voll, wie man so sagt. Das Buch ist es, was mir Sorgen macht. Ob aus diesem Baby was wird???

      • Na dann besteht die Herausforderung, klar, darin die vielen Blog-Besucher für das Buch zu interessieren. Deinen sonstigen Post mit deinem Buchprojekt zu koppeln. Bei mir zB ist da schon ein roter Faden, das was ich in den Postings schreibe, das hätte auch in meinen „Schwarzer Frost“ gekonnt. Wie gesagt, natürlich sind Blog-Besucher nicht gleich Buchinteressierte, aber wenn du zB ein Posting über, was weiß ich, dein letztes Wochenende machst, dann ist es schon sinnvoll dein Buch da einzuarbeiten in irgendeiner Form. Nichts ist schlimmer als wenn einer deinen Blog-Eintrag liest, sich denkt „geile Beschreibung von nem Wochenende, tolle Gedanken!“ – und dann geht er und weiß gar nicht, dass es dich auch auf Buchlänge gibt. Wäre für beide Seiten verschenkt, für den leser und für dich. Und du bist schuld;-) Naja und die, denen es eh nicht zusagt, die werden eh nicht wiederkommen.

      • Einige Sachen habe ich schon gelesen, nur auswendig gelernt was du nun reinpackst oder nicht habe ich nicht, dafür lese ich zu viele Blogs, die von Autoren betrieben werden…Meine Hinweise sind natürlich eh pauschal und müssen, klar, subjektiv angepasst werden ;-). Spielt aber an sich ja auch keine Rolle, denn offenbar hat es bisher nicht gefruchtet, nehme ich mal an. Frage also: In welchen Foren, die zum Inhalt deines Buches passen, bist du aktiv? Oder welche Facebook-Gruppen hast du selbst als „Gefällt mir“ markiert, die einen Bogen zu deinem Thema spannen. Die frage bleibt immer die gleiche: wo sammeln sich die Leute, die dein Thema interessant finden könnten? Und wie oft hast du dort aktiv vorgesprochen/angesprochen/mitgesprochen? Wieviele Literatur-Blogs wissen von deinem Buch? Welche speziellen Aktionen, die dich abheben, hast du schon veranstaltet? Wie gesagt, tausende verkauft man damit nicht, auch ich natürlich nicht. Aber bei mir zB gehen täglich 2-3 Stunden nur für so ein Zeug drauf. Mein Blog nimmt davon sogar noch die geringste Zeit ein, der ist mir noch das liebste, aber vermutlich unergiebigste Tool und von daher eher eine „Herzensangelegenheit“. Mein Buchthema ist mir wichtig also treibe ich mich gerne dort herum, wo „mein Thema“ auch anderer Leute Thema ist.

      • wow…ich wollte jetzt auch nicht schnippig wirken. pardon dafür. DAS sind ne Menge Gedanken, die du da extra mit mir teilst und es ist mega viel wirklich wunderbares dabei. Ich kann mich nur nicht sofort durch alles kämpfen. Wow. Danke, danke, danke aber dafür!

      • Keine Sorge, hab es auch nicht schnippig aufgefasst;-) Richtig ist aber – es ist verdammt viel. Aber klar, gibt ja Leute die machen das hauptberuflich, diese ganze Maloche für Künstler zu übernehmen. Ob sich das am Ende „auszahlt“ – vollkommen egal wie der einzelne das Verb nun definiert – steht natürlich woanders. Es ist aber sehr schlauchend, weswegen ich dir tatsächlich rate nur das zu machen, was dich echt interessiert. Und dich nur dort herumzutreiben, wo du auch inhaltlich einen Gewinn hast. Deswegen lese ich ja zig Autorenblogs, weil ich weiß, da fällt durch den Lesegewinn was für mich ab und ich diskutiere gerne mit den Leuten über ihr Zeug. Zu mir finden die Menschen dann quasi von selbst.Manche bleiben,manche gehen. Wie im echten Leben…einen schönen Abend dir noch!

  8. Ich glaube, du liegst nicht ganz falsch mit deiner Einschätzung, was Eigenlob angeht. Besser ist sicher, wenn andere (auch) was dazu schreiben. So als Tipp: Die Haeusslers verschicken Rezensionsexemplare ihres Buches, das im Nov erscheint (und haben einen Trailer gedreht … ganz witzig) –> ergibt sicher ein paar Besprechungen in der Blogoshpäre. Du könntest vielleicht auch noch deine Facebookgruppe hier verlinken (wg. Fanpage: Kannste nicht einen anderen Titel wählen? „verliebt in FB“ oder „BeziehungsstatusVerliebt“ so? Mit Pages kann man doch mehr anfangen als mit Gruppen, oder?) …. Ansonsten: Geduld & Spucke & viel Erfolg!

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