Verflixte verspätete Feststellungen

Es ist ein bisschen so, als hätte ich ein Osterei gefunden. Jetzt, im Oktober, wo längst schon Printen im Supermarktkörbchen und später im heimischen Schrank landen. Ein Osterei aus Schokolade müsste es jetzt in der Metapher dann doch zur Abschwächung sein. Denn ganz verdorben ist die Ware nicht, es schmeckt dennoch (schließlich hält sich Schokolade laaanngee, solange man sie denn versteckt und nicht isst), aber optisch ist der Genuss nicht ganz befriedigend. … Was das Rumgeeier soll? … naja, also… Ich hab MEIN Büchlein, Mein „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“ am gestrigen Tage dann auch nochmal gelesen, so gedruckt, so als fertiges Buch und ärgerte mich, wie an Ostern, wenn man an den versteckten Kleinigkeiten vorbeiläuft, obwohl man doch schon 12mal direkt davor stand. Ich hab den Fehlerteufel gefunden. Aber erst jetzt. Es sind Kleinigkeiten, Leerstellen und Einrückungen, und solche Sachen, die das leckere Lesevergnügung nicht unbedingt verderben, wie mir erste Leserinnen freundlich mitteilten. Doch ich hätte es gerne perfekt gehabt und das rechtzeitig. Für diesen Zweck hatte ich mir bei der Eier-/Fehlersuche sogar professionelle Hilfe geholt. Doch die liebe Lektorin war wohl auch schon ganz im Weihnachtsstress.

Darum möchte ich mich hier kurz entschuldigen, bei allen Leserinnen und Lesern, die die erste Auflage von „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“ schon im Schrank oder Büchermarktkörbchen haben, für die doofen Fehler. Ich hoffe sehr, dass die Lektüre dadurch nicht verdorben wird und falls doch, nehme ich gerne jede Kritik an.

Ich hab die letzte Nacht darum weder Auge noch Laptop zugemacht und das Buch nochmal komplett korrigiert und eine Neuauflage in Auftrag gegeben. Diese frische Version sollte bereits in wenigen Tagen einfach und automatisch (dank Bod.de) die alte ersetzen.

Es wird also doch noch alles Gut. So hoffe ich nun. Inhaltlich ändert sich nichts und vielleicht, ja vielleicht, gewinnen diese ersten Exemplare meines allerersten Erstlingswerks ja irgendwann an Wert, werden zu Raritäten oder zum allgemeinen Beispiel für die Betriebsblindheit. Wenn dann irgendwo eines Tages ein Koch merkt, dass er Zucker mit Salz verwechselt hat, wird er sagen: „Oh, das war wohl ein Beziehungsstatus: Verliebt in facebook.“

Oder wenn irgendwo ein Flieger abstürzt, weil der Maschinenkontrolleur geschlampt hat, werden die Zeitungen titeln: „Klassischer Fall von Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“.
Ich hoffe, dass die folgen meiner Unachtsamkeit nicht so schwer wiegen und dass die neue Version dann nicht nur genüsslich zu lesen ist, sondern auch anzuschauen.

Ein ganz großes Pardon, meine lieben Erstauflagenleserinnen und –leser!

12 Gedanken zu “Verflixte verspätete Feststellungen

  1. Ohja, das wäre ein schöner Titel dafür! Vielen Dank für die aufheiternden Worte. Ich hoffe sehr, dass die Auflage jetzt schnell ersetzt wird. Die von BOD meinten, das daure nur 2-3 Tage.

  2. Liebe/r immerabgelenkt; wie gut kann ich dich verstehen. Aber glaube mir, der Leser, die Leserin werden gerade solche Kleinigkeiten nicht entdecken.
    Und sonst halte dich doch an den alten lateinischen Hexameter: ut desint vires, tamen est laudanda voluntas!
    Herzlich von Blog zu Blog
    Beatrice

  3. mein dilemma ist: bei meinen texten betriebsblind (relativ), bei fremden texten springen mich tippfehler geradezu an. schlecht korrektorierte texte in „fertigen büchern“ finde ich immer total schade (ja, sie nerven mich) …
    von daher bin ich froh, dass du das ganze nochmals bearbeitet hast. für alle, die wie ich, das lesen relativ fehlerfreier texte noch vielmehr geniessen können.

    andererseits: besser als immer alles in sachen perfektionismus auf die spitze zu treiben und diese spitze nie wirklich zu erreichen, dünkt es mich, es einfach zu wagen. ich gratuliere dir zu deinem mut!

    herzlich, soso

    • Liebe Soso,

      danke für die lieben Worte! Ja ganz ähnlich geht es mir eben auch zu oft. Man liest 12mal drüber und macht beim 13tn Mal eher noch Fehler rein, die man vorher schon korrigiert hat. Bei fremden Texten fällt mir sowas auch sofort auf und lässt mich die Augen verdrehen.

      Hachja, glücklicherweise konnte man es noch beheben und jetzt hab ich mehr Nachsicht mit anderen Texten. 🙂

  4. …. das Dumme ist, dass man bei BOD für eine neue Auflage nochmal komplett neu bezahlen muss, falls ich das richtig verstanden habe. Bei meinem/unseren ersten selbstverlegten Büchlein ist nämlich dummerweise die Titelseite verdruckt …. ist schon hart, der Anfang ….

    • ja, das ist in der Tat so. Aber die Investition gehe ich ein, denn das ist mir eine fehlerfrei, oder zumindest fehlerärmere (man weiß ja nie, was man dann doch wieder übersehen hat) Version Wert. … Und es war ja mein Verschulden, denn ich hab’s ja vorher überlesen. Wie muss ich mir eine „verdruckte Titelseite“ vorstellen??

      • … na, Autor und Titel sollen ja eigentlich auf Seite 4 stehen, ich habe das vermurkst, und jetzt sind Autor und Titel auf Seite 3. BOD druckt auf Seite 3 aber automatisch das Logo ein, weswegen das Logo ein wenig in den Autor-Namen reingedruckt ist – dumm gelaufen …. das nächste Mal wird es besser!

      • oh, ja da bin ich bei der Neuauflage dann auch mal gespannt. ich hab vorne nämlich auch 2 neue Leerseiten eingefügt, weil ich es zu „gedrungen“ fand. Es ist doch immer wieder spannend. 🙂

  5. Kanntest du das noch nicht? Schlag dein veröffentlichtes Buch an einer beliebigen Stelle auf, und du wirst einen Fehler finden. Ungeschriebenes Gesetz. Deshalb tun die meisten Autoren das auch nicht. Ich lese auch nie direkt aus dem Buch vor, sondern drucke mir den Text aus. Ich weiß schon, warum 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s