Flucht aus dem Sperrbezirk

Das Internet hatte ein Problem mit mir. Darum waren für eine Weile die Lichter aus, an diesem sonst so sonnigen Blogplätzchen. Aber das Netz hat mich vermisst, in der Zeit in der ich nicht rein kam. Das hab ich gespürt, wie eine Mutter, die weiß, dass ihr Baby weint, auch wenn es gerade ganz weit weg ist. Denn ab und an, konnte ich dann mit meinem Iphone doch mal schauen, was da quengelt und inzwischen, jetzt da ich wieder da bin, kommt auch langsam wieder alles unter Kontrolle.

Doch was war passiert? Mein Internetzugang war gesperrt. Zu. Dicht. Verriegelt. Wie ein Türsteher mit grimmiger Miene, begrüßte mich am vergangen Montag keine kunstvolle, aktuelle-Themen-aufgreifende Google-Startseiten-Komposition, sondern eben ein Startbildschirm mit dem Logo meines Internetanbieters, der verkündete, mein Internetzugang sei gesperrt. Weil ich eine Bedrohung darstellte. Eine Gefahr. Ärger. Probleme. Stress. Alter!!!

Ganz self-fullfilling-prophecy-like war ich über diese Behauptung, sagen wir, „missgelaunt“. Missgelaunt auf einer Skala, die von 0 (=not amused im Stil der Englischen Queen) bis 10 (= angepisst, wie Tom Cruise in Eine Frage der Ehre), in Richtung 10++!!! Zur Veranschaulichung, hier das Video für alle, die die Szene, die ich meine NICHT auswendig kennen, zum Beispiel die 2 da hinten, die immer schlafen! Ja, ich hab das gemerkt! Durchaus. Da hilft auch weggucken nicht! Also Augen nach vorne, hier zur Szene:

 

 

Und nun weiter in der Geschichte. Die türsteherhafte Startseite erklärte mir, ich solle meinen Computer auf Viren, Trojaner und all diese Parasiten scannen und könnte mich dann wieder freischalten. Für den Rest des Abends lief dann also mein Virenscanner über meinen Computer und als es endlich vorbei war, konnte ich mich tatsächlich freischalten. Halleluja! Der Abend war damit aber gelaufen. Die restlichen Tage der Woche war ich kaum zu Hause und als ich dann schließlich wieder ein bisschen bloggen wollte, war ich wieder gesperrt. Erneut. Mit selbiger Begründung. Suboptimal. Sub.opti.mal. Ganz und gar. Lieber Internetanbieter. Ich war also erneut NOT AMUSED!!!!!!!

Scannen half diesmal nicht. Wenn ich wieder ins Netz wollte, musste ich erst in den Anbieterladen, am anderen Ende der Stadt. Im Sommerkleidchen und mit meinen süßesten Lächeln überzeugte ich da dann den Mitarbeiter davon, dass ich ganz und gar nicht gefährlich bin (solange man mir mein Internet lässt).  Der nette Herr machte mir aber widerum klar, dass mein Antiviren-Progrämmchen auch einer ne Null ist.

Kaspersky hingehen könnte er empfehlen und inzwischen, jetzt wo alles läuft und das Kaspertheater hinter mir liegt und ich mir Kaspersky mal genauer angeguckt habe, hüpfe ich fast wie Tom Cruise bei Oprah auf’m Sofa damals, als er verkündete, dass er seine Katie lieb hat. Ich lasse mich jetzt nicht davon stören, dass auch das zu Bruch ging und er grad eher wieder „Eine Sache der Ehre“-ähnlich drauf sein dürfte und konzentriere mich auf meinen kleinen Ego-Kosmos und das Kasperle.

Das kann nämlich lauter lustige Sachen. Man kann zum Beispiel Progamme auf dem Computer sperren für einzelne Nutzer. Man kann regulieren, mit welchen facebook Kontakten die Nutzer des Computers Kontakt haben dürfen, oder einfach komplett Seiten mit sozialen Netzwerken sperren, oder Seiten mit Pornographischen Inhalten (wozu Bild.de übrigens nach Kasperskys Auffassung zählt), Seiten mit Anstößiger Sprache (womit www.immerabgelenkt.de dann unerreichbar ist), einstellen zu welchen Uhrzeiten und wie lange, man überhaupt ins Netz kommt und und und.

 

Diese Kindersicherung ist so genial, dass ich fast anfange, mir Kinder zu wünschen! Damit ich mal alle Funktionen nutzen und den lieben Kleinen alles (ALLES!!) verbieten kann, jedes Fünkchen potentiellen Spaß. Das macht mich wohl zur schlechtesten kinderlosen Mutter ever.

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