SchubidubiSchufa

Die Schufa stalkt nun also auch auf facebook, weil inzwischen alle annehmen, Antworten auf absolut Alles fänden sich im Internet. Wie werde ich reich? Gründe eine Internetfirma. Wie finde ich die große Liebe? Such nach ihr im Internet. Wie lässt sich das Zeug, dass ich zusammen mit meiner neugefunden Liebe nun in Bares eintauschen will, an mögliche Kunden bringen? Über das Internet. Und wie erfahre ich die Wahrheit über einen Menschen, um seinen Reichtum, seine Beziehung und seine Konsumpräferenzen einzuschätzen – na? Klar, indem ich mir ihr bzw. sein facebook Profil ansehe. Ich hätte nie gedacht, dass ich die bin, die folgenden Satz schreibt, aber: facebook wird überbewertet. Echt. Menschen bestehen aus mehr als Profilangaben!

Als potenzierte das soziale Netzwerk, mit seinem kompliziert als Konstantzustand, meine persönlichen Paranoia nicht schon genug, soll ich jetzt auch noch Platz zwischen meinen Synapsen schaffen, für die Sorge um meine Seriosität, gebunden an eine selbstgestaltete Selbstdarstellung im sozialen Städtchen? Ich möchte begründet mutmaßen, dass es am Bangen auf Antwort der Verlage, denen ich das Manuskript zu Beziehungsstatus: Verliebt in facebook in den letzten Tagen sandte, liegt, dass ich auf das Schufa Forschungsprojekt nicht höchst heiter reagiert habe. Denn eigentlich gefällt mir facebook Forschung. Aber vielleicht ist es auch noch mehr. Vielleicht habe ich es auch langsam satt, auf einen Steckbrief im Internet beschränkt zu werden. Liebe Schufa, liebe Internetfirmen und liebe große Liebe: Ich bin mehr als mein facebook Profil. Ich bin nicht die Summe meiner demographischen Daten, multipliziert mit der Anzahl meiner Freunde mit ähnlichen Merkmalen, geteilt durch meine mögliche Bonität, abgeleitet von geposteten Konsumtätigkeiten.

Ich weiß nicht, welchen Wert ich meinem facebook Profil zu Folge habe. Aber persönlich lege ich Wert darauf, dass das Maß an dem man mich misst, eben nicht die paar mehr oder minder misszuverstehenden Messwerte in dieser blauen Datentabelle sind.

PS: Zur Bestätigung hielt mich das Netz noch im letzten Jahr für eine kranke, rentenreife Dame mit alpenregionalem Literaturgeschmack – siehe Macht das es aufhört und Protestprobleme

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