Alles eine Frage der Schokolade

Mein Kopf tut mal wieder weh. Ursache ungewiss. Zuviele Osterschokohasen vielleicht. Da es sich anfühlt, als würden 100 kleine Goldhasen in meinem Kopf irische Volkstänze üben, wäre das wohl die nahliegenste Lösung. Vielleicht liegt’s auch am Wetter, diesem umschwingenden, unberechenbaren Arschloch. Auf’s Wetter kann man alles immer so schön schieben, vom Muskelkater in der Wade bis zum Weltuntergang. Dann heißt es nur nicht mehr Wetter, sondern Klimakatastrophe. Vielleicht kommt das katastrophale Kopfweh ja eben da her und ist ein Zeichen des drohenden Untergangs. Oder was Allergisches, was ganz Ernstes, Böses, eine tödliche, meine Zellen langsam zerfressende, schlimme, schlimme seuchenähnliche, unheilbare, mutierte, bakterielle Virusinfektion. Egal was es ist, ich bin mit Medikamenten für jedes Szenario gewappnet und habe auch schon profimäßig prophylaktisch Pillen jeder Form und Farbe eingeworfen.

Eigentlich wollte ich aber gar nicht über meinen Weltschmerz schreiben, sondern von meinem Manuskriptlein berichten. Aber vielleicht veröffentliche ich statt dessen lieber meine Krankenakte. Seit ich mit dem Projekt Publikation angefangen habe, gibt es hier wirklich seltener heiter Humoriges. Das schaufel ich alles für das Buch beiseite. Und dann lese ich zehnmal drüber, ändere es elf mal, lege es bei Seite, schreibe etwas neues, lese später nochmal drüber, ändere wieder alles (so wie bei den Psychotests in Frauenzeitschriften, bei denen man immer zum Anfang zurück geht und die Kreuze ändert, damit raus kommt, dass man eine Bombe im Bett ist) und dann, wenn ich alles 100mal gelesen und geändert habe, dann denke ich: Ich bin genial! Das ist einfallsreich! Das ist lustig! Großartig! Gut gemacht! Gönn dir zum Lohn noch einen Schokohasen. Dann trommelt auch einer weniger!
Und wenn mir dann von der Schokolade übel ist, merke ich: Es besteht die Chance, dass meine Leserinnen und Leser das Geniale, Einfallsreiche, Lustige und Großartige nicht direkt sehen oder verstehen. Hmmm. Gönnt mir eine Denkpause für einen weiteren Hasenmord…

Vielleicht muss zum Buch noch ein erklärendes Handbuch schreiben… oder Schokolade beilegen. Das versetzt die Leserinnen und Leser dann in den überzuckerten Zustand des Schreibprozesses und sorgt für Nachvollziehbarkeit. Jawohl!! Nicht was hat sich die Autorin dabei gedacht, wird dann einst in Schulen diskutiert werden, sondern WAS HAT DIE AUTORIN DABEI GEGESSEN!! Jawohl! Ich hab doch gesagt, das Buch wird revolutionär! Bis zum fertigen Werk braucht es aber noch ein wenig Zeit und Zucker. Bis dahin, genießt das Wetter!

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