Pünktlich zum Fest: Nächstenliebe im Sonderangebot

Noch zwei Wochen bis Weihnachten vorbei ist. Aber bevor wir diese besinnliche Zeit genießen und in planlose Silvesterpanik übergleiten können, steht noch einfallsloses Beschenken auf dem Weihnachts-To-Do-Zettel. Media Markt erinnert ja schon längst daran, dass Weihnachten dazu da ist, dass Freunde und Familie zusammen kommen, um sich gemeinsam am Schenken zu messen oder anders gesagt: ohne Competition, kein Christenfest. So bietet der Elektronikkonzern denn auch diverse Innovationen an, die sich spätestens im Dezember 2012 perfekt zum alljährlichen Schrottwichteln eignen. Ein Hoch auf den technologischen Fortschritt! (Erst schossen wir Affen ins All, dann Menschen und bald unseren gesamten Elektronikmüll.)

In einem meiner letzten Blogposts kündigte ich an, mich am Basteln zu versuchen. Mit all meiner Kreativität, ein Kinderspiel! Aber ich red ja viel, wenn noch Zeilenkontingent lang ist. Und neben dem handwerklichen Talent zum Selbermachen, fehlt mir gerade die Zeit für derartigen Aktionismus. Für die Fußgängerzone fehlt mir wiederum die Nahkampfausbildung, die zu dieser Jahreszeit unerlässlich ist. Also habe ich mich im Netz umgesehen und unzählige wunderbare Dinge gefunden, mit denen ich meine Liebsten auf keinen Fall beschenken sollte. Oder doch? Langfristig gesehen, könnte ich so vermeiden, jemanden je wieder beschenken zu müssen, weil man mich für Irre erklären und in eine Anstalt einweisen würde. Was auch gleich die Silvesterproblematik löst. Vielleicht sollte ich doch das ein oder andere Präsent, das meine Suche zu Tage brachte, in Erwägung ziehen. Entscheidend ist beim Beschenken aber -und das wussten wir schon lange vor Media Markt- natürlich immer die AUSSAGE. Oh ja. Denn der negative Beigeschmack mehrdeutiger Geschenke hält mindestens so lange wie der Hüftspeck von Gans und Keksen.

Deswegen schenkt man Frauen, sofern sie nicht in der Gastronomie arbeiten und ausdrücklich um Derartiges gebeten haben (ausdrücklich!!!), KEINE Küchengeräte. Männern schenkt man lieber Portwein, statt Prosecco (und Frauen eigentlich auch, der Gleichstellung wegen und einfach weil niemand Prosecco trinken sollte). Und einem Paar, das noch keine Kinder hat oder plant, schenkt man keine Kindersachen! Ein plötzlicher runder Bauch kann auch einfach nur von einer völlig vertretbaren, wieder vorübergehenden Adventsadipositas herrühren.

Zum Fest schneit es förmlich Fettnäpfchen. Denn auch gut gemeinte Geschenke, sind es nicht immer. Bei Schmuck darum bitte darauf achten, dass der Anhänger an der Kette keinen Genitalien ähnlich sieht. Bei Muscheln kommt das öfter vor, als man meinen mag. (Ich spreche hier aus 27 Jahren Präsent-Experience und nicht aus einer Glühweinlaune.) Bei der Wahl sollte auch beachtet werden, wer beim Austausch der Pakete und Päckchen unterm Baum noch anwesend ist und das gilt nicht nur für die Konstellation Sex-Toys vs. Schwiegereltern. Tiere oder Kinder sind meisterlich darin Kleinteile, wie teuren Schmuck in Nicht-Muschi-Muschel-Form zu verschlucken, noch bevor die Besinnlichkeit ihren Höhepunkt erreicht hat. Außergewöhnliche Geschenke sollten immernoch angemessen gewöhnlich sein. Aus etwas wie einer “Wein-Handtasche” (http://www.uncommongoods.com/product/wine-sack), lässt sich nämlich die mathematische Theorie plus mal plus ergibt minus ableiten. Tasche = super. Wein = Super. Weintasche = … mir fehlen die (jugendfreien) Worte… .

So etwas reiht sich in die Liste unnötiger Dinge ein, die die Welt absolut nicht braucht; gleich hinter Prosecco.

Schlimmer ist nur noch, wenn man vergessen hat, wer wem was zuvor geschenkt hat, und es der Person zurückschenkt. Ganz schlimm ist das, wenn man selbst diese Person ist, und das Geschenk erst verschenkte, dann zurück erhielt, wieder verschenkt und wieder zurückbekommt. Dann muss man sich allerdings auch garkeine Gedanken mehr machen und hat das Weihnachtsziel, das Wichtigste am Fest, erreicht: eine Tradition!

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