Zeit zum Aufräumen. Juchu!!

Ich danke dir liebes Internet! Stellvertretend für dich abstrakte Größe, umarme ich kurz meinen Computer. Danke. Danke. Denn wiedermal hat das Netz einer armen, zweifelnden Seele bewiesen: Du bist nicht allein! Auch andere teilen meine Gedanken und Gelüste! Ich bin vielleicht gar nicht soooo bescheuert bzw. es gibt noch genug Andere da draußen, die diese Lust auch verspüren. Und damit sind wie zu viele, um dieses Verlangen pathologisch zu definieren und uns in Kliniken wegzusperren! Ha! Herrlich! Ich muss meinen Computer nochmal kurz umarmen, Moment bitte.

Aber nein, DAS ist gar nicht die Leidenschaft, um die es hier geht. Intimer Körperkontakt zwischen Menschen und Maschinen sind sonst nicht so mein Ding und zu Spielzeugen aller Art, für Menschen aller Art, gibt es genug andere Blogs. Also einfach weitergehen, falls ihr danach gesucht habt. Hier gibt’s nichts zu sehen. Einfach schön weitergehen. Tschüss und schönen Tag noch.

Für den Rest des Publikums eine erklärende Anekdote . Denn ich LIEBE Anekdoten. Ohne Anekdote geht nichts. Sollte ich je eine Tochter haben, nenne ich sie Anekdote. Ich sehe schon wie Lehrer, Polizisten, Psychotherapeuten zu ihr sagen werden: „Anekdote, erzähl doch mal!“

Aber DAS ist ja noch gar nicht die Anekdote, die ich erzählen wollte. Aber nach diesem schäbigen Wortwitz sind jetzt wohl auch alle anderen Surfer und Stumbler und Linkfolgenden gegangen und nur noch die Leser und Leserinnen übrig, die bei folgender Situation anwesend waren: Ich sitze mit genannten Freundinnen zusammen und erzähle eine Anekdote darüber (Ich hab euch gewarnt. Ich LIEBE Anekdoten. Und ja liebes Kind, eines Tages wirst du so heißen! Lern schon mal damit zu leben, du da draußen irgendwo rumschwimmende Vorvorstufe einer Zelle!), dass ich vor kurzem eine grenz-orgasmische Euphorie dabei verspürte meine Bücher zu sortieren. Aber nicht irgendwie, nicht nach Autoren oder Titeln (das hab ich letztes Jahr gemacht), sondern nach Farben. Nach FARBEN!!! Und mein Bücherregal ist sooooo SCHÖN jetzt! Einfach wunderschön!! Und wenn ich nur daran denke, schlägt mein Herz ein bisschen stärker. Das passierte auch im Moment, als ich meinen Freundinnen davon erzählte. Ich konnte es genau hören. Denn plötzlich wurde es ganz, ganz still und skeptische Blicke musterten mich und das vor mir stehende, noch nicht einmal halb ausgetrunkene Glas Wein. Irgendwie konnten die Mädels diese Erfahrung nicht nachvollziehen.

Anders im Internet. Hier bin ich voll im Trend. Jawohl! Sortieren ist das neue Schwarz.
Wirklich! Ich hatte ja bereits festgestellt, dass Social Media irgendwie abgestanden schmeckt und auch einige Entwickler scheinen Appetit auf was Neues gehabt zu haben. Und da ist es endlich! Lauter lustige Anwendungen und Dienste, bei denen es darum geht das große, bunte Internet zu kategorisieren, zu ordnen und zu sortieren. Denn Vernetzung ist zwar toll, aber macht auch ganz schön viel Dreck und Chaos. Der wird auf Seiten wie Pinterest.com oder Delicious.com jetzt von den Nutzern geordnet und zu übersichtlichen kleinen Päckchen bzw. Pinnwänden und Stapeln gehäuft.

Pinterest ist wie eine Pinnwand, auf die man endlos gucken kann und die man selbst und zusammen mit Freunden bastelt. Über ein Plug-In klebt man Bilder und Grafiken, sobald man sie irgendwo im Netz findet auf das eigene Profil und kann es kommentieren und verlinken. Und vor allem in Kategorien einordnen!!! Hübsch dargestellt gibt es dann ganz viel Hübsches zu sehen. Sortiert nach eigenem Geschmack.

Bei Delicious baut man sich eine ganze Argumentation bzw. Prästentation für die eigenen Hobbies oder Interessen zusammen, in Form von „stacks“, also Stappeln. So finde ich bei der Suche nach travel z.B. verschiedene Linklisten mit Kurzbeschreibungen zu Reisezielen, Reiseliteratur oder Reise-Budget-Planungshilfen. Die Suche nach Katzen – denn was wäre das Internet OHNE Katzen. Leer und traurig! Jawohl! So wäre das Internet ohne Katzen! An keinem Ort der Welt sind Katzen, in all ihren Formen, Farben und Verhaltensweisen so präsent und gut aufgehoben wie dem Netz – die Suche nach Katzen verweist mich also an den Stapel eines Katzenfreundes, der sich ausgiebig mit der Sprache dieser Pelzträger befasst hat und Links, Bilder und Videos zusammengestellt hat, wo es darum geht Katzenlaute zu entschlüsseln. Ein Weingut im Nord-Osten der USA, dem ich vielleicht, vielleicht demnächst einen Besuch abstatten werde (, sobald mir die Mädels wieder erlauben Alkohol zu trinken…Mannmannmann…Darf man denn garkeinen Spaß haben…), erschien unter den Ergebnissen, als ich das lecker-säuerliche Gesöff suchte. Die PR-Touri-Leutchen der Fingerlakes haben hier freundlicherweise schon Links mit Infos und Terminen zusammengestellt, die ich mir sonst mühsam hätte selbst zusammensuchen müssen. Wir teilen uns jetzt also nicht mehr nur Informationen mit, über das Internet, sondern wir teilen uns auch Arbeit. Win-win! Yeah!

Aber zugegeben, das klingt nicht wirklich nach einer NEUEN Erfindung. Aber das sind Sachen im Internet auch noch nie wirklich gewesen. Nicht so richtig. Aber es ist hübsch und praktisch! Und hübsch! Und eben über dieses ästhetische Charakteristikum haben sämtliche Netztrends bisher Besucher angezogen. Das Potential der Seiten ist noch nicht ganz ausgeschöpft und die Nutzerzahl wächst noch. Es mag keine neue Erfindung sein. Aber es ist eine neue Erfahrung. Ein neuer Umgang mit dem Internet. Erst haben wir im Internet recherchiert. Dann kommuniziert. Und jetzt sortieren wir. Ich fühl mich dadurch hier nun noch ein bisschen wohler. Und jetzt geh ich weiter pinnen und stapeln.

Ein Gedanke zu “Zeit zum Aufräumen. Juchu!!

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