Finger weg von meinem Facebook oder Das Internet: (Kinder-)Hort für Humbug, Halbwahrheiten und Hoffnungen

Nix mit Remember, remember the fifth of November. Kannste alles vergessen. Alles nur Schall und Rauch und verschwendete Bites und Bytes. Der angebliche Anonymous Angriff auf Facebook am 05. November ist jetzt als offiziell nicht offiziell erklärt worden und damit offensichtlicher Blödsinn. Aber das war es vorher irgendwie auch schon. Denn so sehr ich derzeit traurigen Auges zusehe wie das, mir einst so ans Herz gewachsene facebook, sich im Alter doch zu einem unsympathischen Zeitgenossen entwickelt, so würde ich doch nie unterstützen, es einfach umzulegen. Auch ich dachte hoffte, dass facebook ewig jung bleibt und es nur ums rumhängen mit Freunden und spielen geht. Die ewige Zeit der Unschuld eben. Immer abgelenkt und immer unschuldig. Aber das blaue f wird erwachsenen und zum Businessmenschen. Und will jetzt auf dem großen Markt mitspielen, mit Schotter statt Schippe. Bald sehen wir es dann wohl auch mit Krawatte, im Anzug und zu starkem Eau de Cologne. Das mich, ganz wie bei vergleichbaren Businesskaspern im wahren Leben, dazu bringt Abstand zu halten. Aber nur weil es älter wird und ernster, facebook einfach kalt machen? Ein virtueller Mordanschlag von maskierten Schützen? Die zwar im Hintergrund bleiben wollen, aber trotzdem ein Video ins Netz stellen, was ja nun doch ganz schön nach Ruhmsucht stinkt? (Die nebenbei bemerkt ganz schön nach Kölsch Wasser stinkt) Ein Hinterhalt wie einst bei Kennedy und dem hübschen Cobain?

Oh. Ja! Cobain’s Tod war MORD! Ich halte dann an meiner Verschwörungstheorie fest. Und das darf ich. So wie viele andere. Besonders im Netz. Denn hier herrscht (noch) Meinungsfreiheit. Und eben die(!!) hätte der Anonymous Anschlag angegriffen. Dank facebook und ähnlichen Vernetzungsdiensten der virtuellen Welt sind bisher pseudo-politische Flashmobs genauso erfolgreich gelungen, wie spontane Partys. Und auch 4chan.org ist erst als Reaktion auf social media entstanden. Ohne facebook hat dieser Protest überhaupt keine Daseinsberechtigung, Nichts was es zu kritisieren gäbe und Nichts worüber es sich echauffieren ließe. Letzteres sind 4chan’s Qualitäten und die Idee von Anonymous ist durchaus berechtigt. Denn sie haben ja Recht. Facebook ist derzeit ein bisschen zickig und arrogant und gemein zu uns. Vielleicht ist das nur eine Phase. Vielleicht schmeißen wir das Kind aber auch irgendwann vor die Tür, wenn wir uns dieses Verhalten nicht mehr gefallen lassen. Vielleicht sind wir auch selbst ein bisschen schuld, weil wir nicht rechtzeitig eingegriffen haben und dem kleinen Blauen seine Grenzen nicht aufgezeigt haben. Vielleicht musste da wirklich erst jemand von außen kommen, jemand wie Anonymous, die uns das vor Augen führen. Aber dieser freundliche Beobachter darf unser Kind nicht einfach kalt machen! Denn so richtig nach Befreiung klingt diese Lösung nicht. Bin ich wohl die im Anonymous-Bild die Silhouette von Mubarek durchscheinen sieht? Denn der greift ja auch ganz fürsorglich und nur zur Sicherheit des Volkes in das Weltweite Netz ein und macht es ein bisschen kleiner, handlicher, unschuldiger. Also ein bisschen weniger World und eine kürzere Weite und Netze sind auch gefährlich. Ganz gefährlich. Da verfängt man sich so leicht drin.

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